2011 waren viele wegen des Atomunglücks in Japan auf die Straße gegangen. Bei einer der größten Aktionen gingen am Samstag in Berlin nach Veranstalterangaben rund 1500 Friedensaktivisten auf die Straße.

«Die Ostermärsche bleiben eine flächendeckende Friedensbewegung», erklärte der Sprecher des Ostermarschbüros, Willi van Ooyen. Zu den Themen der bundesweit rund 80 Veranstaltungen am Osterwochenende gehörten auch die israelkritischen Thesen des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Günter Grass, die bei etlichen Teilnehmern auf Sympathie stießen.

«Nicht Günter Grass gehört an den Pranger, sondern diejenigen Politiker/innen, die weiterhin an der Eskalationsschraube im Nahen und Mittleren Osten drehen, indem sie den Iran mit Wirtschaftssanktionen immer mehr in die Enge treiben», hieß es in einer in Kassel veröffentlichten Mitteilung des «Bundesausschusses Friedensratschlag».

Am Frankfurter Römerberg, wo am Montag laut Polizei etwa 750 Menschen zusammenkamen, trug eine Teilnehmerin ein selbstgemaltes Porträt des Schriftstellers, der in den letzten Tagen für so viel Wirbel gesorgt hatte. «Die politische Debatte wurde belebt, auch durch Günter Grass», meinte van Ooyen. Die «Kriegsvorbereitungspolitik» sei öffentlich gemacht worden.

In Dortmund endete am Montag der dreitägige Ostermarsch Ruhr. Die Teilnehmer forderten unter anderem eine Abschaffung der Nato. In Hamburg demonstrierten am Montag laut Polizei rund 450 Menschen.

Viele Veranstaltungen hatten vergleichsweise geringen Zulauf. Die Ostermärsche haben ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In Deutschland erlebten sie 1968 und 1983 ihre Höhepunkte mit Hunderttausenden Demonstranten.