Das Hoch Zeus hat am Sonntag, dem 22. Mai 2022, in weiten Teilen Deutschlands sonniges Wetter gebracht - doch am Montag drohen erneut Gewitter. Tief Finja habe das Potenzial für ein kräftiges Gewittertief, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Offenbach mit. "Allerdings kann Finja bei nahezu allen Parametern nicht mit Emmelinde vom vergangenen Freitag mithalten", beruhigt ein Meteorologe. Außerdem lenkt Finja den Saharastaub nach Bayern, der im Moment über Südfrankreich und der iberischen Halbinsel liegt. Zeitweise schweben am Montag voraussichtlich rund 1.500 Milligramm pro Quadratmeter Saharastaub im Himmel, der dann leicht milchig schimmert. Auch Meteorologe Dominik Jung warnt vor dem Wettertief: Örtlich könnten sich sogenannte Superzellen bilden - Tornados seien wieder nicht auszuschließen.

Gewittertief Finja am Montag über Deutschland erwartet

Nach derzeitigem Stand bestehe erhöhte Unwettergefahr durch heftigen Starkregen, größeren Hagel und schwere Sturmböen - vor allem von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland über Bayern und Hessen hinweg bis nach Mitteldeutschland.

Im Osten soll der Montag heiter bis wolkig starten. Im Tagesverlauf sagt der DWD dichte Bewölkung mit Schauern oder Gewittern vorher. Lokal besteht demnach Unwettergefahr durch heftigen Starkregen, größeren Hagel und schweren Sturmböen. Im Südwesten sei auch mehrstündiger Starkregen möglich. Die Temperaturen steigen auf bis zu 20 Grad an der See und bis zu 30 Grad in Alpennähe.

Auch Meteorologe Dominik Jung warnt am heutigen Montag erneut vor schweren Unwettern. "Hier und da können sich aber wieder Superzellen bilden, das sind Gewitterwolken die eine Rotation aufweisen", teilt er mit. Und die haben laut Jung dann wieder ein erhöhtes Tornado-Potenzial.

Dienstag beruhigt sich die Lage im Verlauf der Nacht  

In der Nacht zum Dienstag drohen laut Vorhersage anfangs teilweise noch schwere Gewitter, die sich nach Nordosten verlagern. Von Südwesten her soll es auflockern. Es gibt kaum noch Schauer, nur an den Alpen kann es teils kräftig regnen. Die Temperaturen sinken auf bis zu 8 Grad.

Laut Dominik Jung beruhigt sich die Lage dann in der zweiten Nachthälfte. Viel Regen gebe es aber nicht: "Danach geht es erstmal wechselhaft weiter. Viel Regen kommt zwar nicht vom Himmel, es ist aber auch nicht mehr mit hochsommerlicher Wärme zu rechnen." Der Mai sei aber ohnehin bisher viel zu warm und zu trocken, teilt der Meteorologe mit. 

Das "Regen-Soll" sei in diesem Jahr erst zu 40 Prozent erfüllt. Für die Natur ist das eine Katastrophe. Jung glaubt: "Es könnte eines der trockensten Frühjahre seit mehr als 100 Jahren werden."

Kühl und unbeständig: Das Wochen-Wetter

Im Verlauf der Woche wird sich den DWD-Meteorologen zufolge eine eher unbeständige, kühle und teils windige Witterung durchsetzen. Demnach sollen bei Temperaturen zwischen 15 und 24 Grad vor allem im Norden und Süden Regen und Regenschauer fallen.

"Insgesamt geht es in dieser Woche recht freundlich, aber deutlich kühler als zuletzt weiter", sagt Jung voraus. So gehe es dann auch am Wochenende und in der kommenden Woche weiter. "Ein sommerlicher Start in den ersten meteorologischen Sommermonat Juni scheint aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich."