Unter dem Motto «Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II» appellieren die Aufrufe seit Dienstag an die Bevölkerung: «Einige der Täter sind frei und am Leben! Helfen Sie uns, diese vor Gericht zu bringen.» Insgesamt werden zwei Wochen lang 2000 Plakate in Berlin, Hamburg und Köln aufgehängt.

Für sachdienliche Hinweise ist eine Belohnung von bis zu 25 000 Euro ausgesetzt. Dies stieß auch auf Kritik. Der deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn lehnte das «ausgeschriebene Kopfgeld» als «pietät- und schamlos» ab. Die Plakataktion rufe eher Mitleid mit den betagten Kriegsverbrechern hervor, sagte Wolffsohn dem Deutschlandradio Kultur.

Der Initiator der Kampagne, Efraim Zuroff, begründete diese mit der inzwischen erleichterten Strafverfolgung von Nazi-Verbrechern in Deutschland. Mit der Verurteilung des früheren KZ-Wachmanns John Demjanjuk in München 2011 habe sich die Rechtslage geändert, sagte er zum Auftakt der Plakataktion in Berlin. Jetzt genüge der Nachweis, dass Menschen in Vernichtungslagern und mobilen Mordkommandos Dienst getan hätten.