Die Studie zeigt auch, dass sich Ostdeutsche stärker als Westdeutsche und junge Menschen stärker als ältere diskriminiert fühlen. «Immer noch werden Menschen benachteiligt, weil sie zu jung oder zu alt sind», sagte die ADS-Leiterin Christine Lüders.

Sie kritisierte, dass das Grundgesetz nicht gegen Altersdiskriminierung schützt, und kündigte an, gegen bestimmte Formen der Diskriminierung vorgehen zu wollen. Am Montag gab sie den Startschuss für das erste Themenjahr gegen Altersdiskriminierung unter dem Motto «Im besten Alter. Immer».

Die Forsa-Umfrage unter rund 1500 Menschen ab 18 Jahren zeigt, dass sich mehr Ostdeutsche (27 Prozent) schon einmal wegen ihres Alters ungleich behandelt gefühlt haben als Westdeutsche (19 Prozent). Außerdem gaben mehr Schüler und Studenten (34 Prozent) als Rentner (17 Prozent) an, schon einmal wegen ihres Alters benachteiligt worden zu sein.

Bei der Einschätzung der Berufschancen für Menschen ab 45 zeigten sich Frauen deutlich pessimistischer als Männer. Klare Unterschiede wurden auch beim Bildungsgrad deutlich: Je höher der Schulabschluss, desto optimistischer fiel die Einschätzung der Berufschancen durch die Befragten aus.

Es gebe viele Beispiele für Diskriminierung, sagte Lüders laut einer Mitteilung. Genau hinsehen müsse man etwa, wenn Mitarbeiter für ein «junges, dynamisches Team» gesucht würden oder wenn Kassen Reha-Maßnahmen für ältere Menschen ablehnten, weil ihre Arbeitsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden müsse. Auch Altersgrenzen in Gesetzen, Verordnungen und Tarifverträgen müssten geprüft werden. Die Vorstellung, man könne bestimmte Aufgaben nur bis zu einem gewissen Alter übernehmen, sei von der Wissenschaft seit Jahrzehnten widerlegt.

Im April ist eine deutschlandweite Aktionswoche geplant, die für das Thema sensibilisieren soll. Außerdem hat die ADS eine Expertenkommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Henning Scherf berufen, die zum Jahresende Handlungsempfehlungen zum Abbau von Altersdiskriminierung vorlegen soll. Geplant ist außerdem, im Herbst vorbildliche Unternehmen auszuzeichnen.