«So hat die Arbeitslosenquote in der Zeit von 2008 bis 2011 in allen fünf ostdeutschen Flächenländern sich stark verbessert», sagte der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), Hubertus Pellengahr, in Berlin. Trotzdem lägen Wirtschaftsleistung und Einkommen noch deutlich unter dem Niveau des Westens. Die Studie des Kölner Instituts IW Consult stammt von der arbeitgeberfinanzierten INSM und der Zeitschrift «Wirtschaftswoche».

Brandenburg belegt zum dritten Mal Platz eins. Der Anteil der Erwerbstätigen stieg um 4,7 Prozentpunkte. «Brandenburg profitiert eben sehr stark vom Speckgürtel», erläuterte Pellengahr mit Blick auf die angrenzende Bundeshauptstadt. Zudem habe das Land gute Universitäten und sei ein Tourismusstandort. Die geringste Dynamik wies der Südwesten auf. Allerdings handle es sich um eine krisenbedingte Momentaufnahme. «Wir reden hier von einem sehr, sehr hohen Niveau in Baden-Württemberg», so Studienleiter Michael Bahrke.

Datengrundlage der Untersuchung sind den Angaben zufolge rund 100 Indikatoren wie Arbeitslosenquote, Einwohnerentwicklung oder auch Straftaten. Die Studie misst neben dem Dynamik-Ranking auch den Ist-Zustand der Länder. Hier liegt Bayern auf dem ersten Platz vor Baden-Württemberg und Hamburg. Bayern habe die geringste Arbeitslosenquote und sei als Wirtschaftsstandort breit aufgestellt.

Berlin ist aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit Schlusslicht. Zudem sei die Stadt nicht den Anforderungen einer Hauptstadt gewachsen, wie man an den Problemen beim neuen Flughafen sehe, sagte Pellengahr. «Das Image strahlt eben nicht aus, dass hier ein professionelles Hauptstadt-Management am Werk ist, das auch große Projekte stemmen kann.»

Ein düsteres Bild zeichnet die Studie von Nordrhein-Westfalen. Die Produktivität sinke, die Zahl der Straftaten sei hoch, das Angebot bei Ausbildungsplätzen schlecht. «Wenn das bevölkerungsreichste Bundesland Husten hat, krankt die Republik, denn NRW beeinflusst das bundesweite Gesamtergebnis zu 20 bis 25 Prozent», erklärte Bahrke.