Berlin
Ausbildung

Studieren ohne Abi? Dritter Bildungsweg boomt

Ein Studium über den dritten Bildungsweg ist mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich. Die Zahl der Studenten ohne Abitur ist so hoch wie noch nie.
Artikel drucken Artikel einbetten
In deutschen Vorlesungssälen sitzen mehr Studierende ohne Abitur als jemals zuvor. Symbolbild: Ralf Hirschberger/dpa
In deutschen Vorlesungssälen sitzen mehr Studierende ohne Abitur als jemals zuvor. Symbolbild: Ralf Hirschberger/dpa
Etwa 56.900 Studenten ohne Abitur haben nach Berechnungen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) im Jahr 2016 in Deutschland Studiert. Das sind so viele wie noch nie. Laut des CHE hat sich die Zahl der Studierenden ohne allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife seit 2010 mehr als verdoppelt.

Seit fast zehn Jahren ist es in Deutschland möglich, sich auch über den sogenannten dritten Bildungsweg für ein Studium zu qualifizieren. Das gilt auch für Studienfächer mit beschränkter Zulassung wie Medizin oder Pharmazie. Von 107.000 Medizinstudenten haben rund 700 kein Abitur. Bewerben sich Studienanfänger über den dritten Bildungsweg, kann zum Beispiel die Note der Meister- oder Fachwirtprüfung die Abitur-Note ersetzten.


Studieren ohne Abitur: Das sind die beliebtesten Fächer

55 Prozent der Studienanfänger ohne Abitur wählt laut CHE ein Fach aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Jeder Fünfte studiert Ingenieurwissenschaften. Knapp zwei von drei entscheiden sich für ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Männer sind bei den Studierenden ohne Abitur mit 55 Prozent etwas mehr vertreten als Frauen mit 45 Prozent. Fast jeder Zweite ist laut der CHE-Erhebung älter als 30 Jahre. Die 30- bis 40-Jährigen sind mit einer Quote von rund einem Drittel relativ häufig anzutreffen.
Die meisten Studierenden ohne Abitur gibt es in Hamburg (4,6 Prozent). Auf Platz zwei und drei liegen Nordrhein-Westfalen (4,3 Prozent) und Berlin (3,6 Prozent). Am wenigsten Studenten, die den dritten Bildungsweg gewählt haben, finden sich an Hochschulen und Universitäten im Saarland (0,8 Prozent).
Noch keine Kommentare