Hintergrund ist der Konflikt um ihren millionenschweren Steuerdeal mit einem Unternehmer. Das Verhältnis zu Landesregierung und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bleibt voraussichtlich auch nach Gaschkes Auftritt belastet.

Gaschke hatte im Juni einem Augenarzt Zinsen und Säumniszuschläge in Höhe von 3,7 Millionen Euro erlassen - ohne Einbeziehung der Ratsversammlung per Eilentscheidung in einem 15 Jahre alten Fall. Der Mediziner stottert im Gegenzug Gewerbesteuern über 4,1 Millionen Euro ab, die für alte Immobiliengeschäfte fällig sind. Die Kommunalaufsicht im Innenministerium wertete die Eilentscheidung am Freitag als rechtswidrig und prüft die Einleitung eines Disziplinarverfahrens.

«Meine Eilentscheidung war falsch», sagte Gaschke am Montag. «Selbstverständlich werde ich mich in aller Form bei den Mitgliedern der Ratsversammlung entschuldigen dafür, dass ich an ihnen vorbei eine nicht begründbare Eilentscheidung getroffen habe.»