Unionsfraktionschef Volker Kauder warb für Kompromisse bei den noch strittigen Punkten wie Rente, Betreuungsgeld und Mindestlohn. Es müsse ein Schlussstrich gezogen werden, verlangte er am Dienstag vor den Abgeordneten von CDU und CSU in Berlin. Es gebe den Willen, beim Koalitionsausschuss Anfang November alle offenen Fragen abzuräumen.

Vereinzelt äußerten Abgeordnete laut Teilnehmerangaben die Sorge, dass mit der FDP-Forderung nach Abschaffung der Praxisgebühr eines der wenigen Instrumente der Selbstbeteiligung der Bürger an den Gesundheitskosten wegfallen könnte.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler sieht weitere keinen Spielraum für zusätzliche teure Leistungen wie die Großelternzeit oder die beitragsfinanzierte Zuschussrente. Ansonsten werde das Ziel der Haushaltskonsolidierung infrage gestellt, erklärte der FDP-Vorsitzende. Kritik aus der Union an seiner Haltung wies er zurück. Neue Sozialleistungen bekämen immer Beifall, die Frage nach der Bezahlung sei immer unbequem.