Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, würde sein eigenes Kind (7 Jahre alt) derzeit nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das sagte er im Podcast der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Grund dafür: Neben den Daten aus der Zulassungsstudie des Impfstoffes gebe es derzeit "keinerlei Daten" über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Gruppe der Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Aktuelle Publikationen zeigten, dass Aussagen über Langzeitschäden kaum möglich seien.

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Da Corona-Infektionen bei Kindern in den meisten Fällen harmlos verliefen, müsse man umso sicherer sein, dass die Impfung auf Dauer gut verträglich sei. Vor dieser Abwägung stehe die Stiko. Die wechselnde Stimmung in der Öffentlichkeit und auch bei Politikern könne nicht das Maß für die Entscheidung der Kommission sein, ob eine Impfung von Kindern empfohlen werde. "Falsche politische Entscheidungen können nicht durch eine Impfung korrigiert werden", so Mertens. Zudem kritisiere er, dass die fehlende Impfbereitschaft der 18- bis 59-Jährigen nun durch eine Impfung der Kinder ausgeglichen werden soll.

Die Stiko würde die Herausgabe einer Impfempfehlung für Kinder abwarten, verneinte Mertens. Die Stiko sei aktuell dabei, ihre Empfehlung fertigzustellen. "Sie wird sicher fertig sein, bevor der Kinder-Impfstoff in Deutschland verfügbar ist." Er rechne mit der Fertigstellung der Empfehlung um den 11.12.2021. Die Empfehlung diene der größtmöglichen Sicherheit für die Kinder. Die Aufgabe der Stiko sei es, eine länderspezifische Indikation für den Impfstoff zu erstellen, nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ihn freigegeben hat.

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Man müsse noch abschließend herausfinden, was die Impfung der jungen Altersgruppe für das Fortschreiten der Pandemie bedeute, sagt Mertens. Ob es auf eine generelle Empfehlung für die Altersgruppe der Kinder von fünf bis elf herauslaufe, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Gegen eine Empfehlung spreche derzeit die fehlende Datenlage zum Kinder-Impfstoff. Daten aus den USA und Israel, wo bereits Kinder geimpft werden, lägen derzeit noch nicht vor.

Untersuchungen zur Krankheitslast der Kinder hätten zudem abermals ergeben, dass diese "außerordentlich gering" sei. Langzeitschäden bei Kindern in der jungen Altersgruppe seien bislang ebenfalls kaum bekannt. "Wenn die Krankheit für die zu Impfenden medizinisch gesehen keine schwerwiegende Rolle spielt, muss man umso sicherer sein, dass die Impfung auch auf Dauer gut verträglich ist", betont Mertens im FAZ-Podcast. Vor diesem Abwägungsproblem stehe die Stiko derzeit.

Spahn: Erste Lieferung des neuen Impfstoffs bereits am 13.12. 

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte den mRNA-Kinderimpfstoff von Biontech Mitte November zugelassen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch (1.12.), die Lieferung des Impfstoffs an die EU-Mitgliedstaaten werde nun schon am 13.12. erfolgen (ursprüngliches Datum: 20.12.). Die USA haben bereits Ende Oktober eine Notfallzulassung des Biontech/Pfizer-Vakzins für 5- bis 11-Jährige erteilt. Der Impfstoff für Jugendliche von zwölf Jahren an ist bereits seit Mai zugelassen.

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