Benzin und Diesel werden immer teurer. Allein in diesem Jahr sind die Spritpreise laut ADAC im Schnitt um sieben Cent pro Liter gestiegen, Diesel kostet im Vergleich zum 2020 sogar acht Cent mehr. Dahinter steckt der CO2-Preis, der seit 2021 auch für Kraftstoffe anfällt.

Diese CO2-Abgabe soll aber nach den Beschlüssen der derzeitigen Regierung bis 2025 von 25 auf 55 Euro pro Tonne steigen - was sich erneut im Spritpreis niederschlagen wird. Experten rechnen mit Preisen von 1,64 Euro pro Liter E10 und 1,48 Euro pro Liter Diesel. Das Ergebnis der Bundestagswahl könnte jedoch für einen noch stärkeren Anstieg sorgen.

So teuer könnte Tanken nach der Bundestagswahl werden

Was erwartet Autofahrer*innen also nach den Wahlen? Das Portal Focus Online hat anhand der Wahlprogramme von Union, SPD, Die Grünen, FDP und Linke verschiedene Berechnungen angestellt. Auch mögliche Koalitionen wurden dabei in Betracht gezogen. Das Ergebnis: Die FDP könnte Tanken besonders teuer machen.

Grund dafür ist die Forderung der FDP, dass der CO2-Emissionshandel auf den gesamten Verkehrssektor ausgeweitet wird. Dann würde also eine Obergrenze festgelegt werden, wie viele Treibhausgase der gesamte Industriezweig ausstoßen darf. "Jeder, der die Luft mit Treibhausgasen belastet, zahlt für jede Tonne CO2 einen Preis, indem er dafür Zertifikate erwirbt", erklärt die Deutsche Emissionshandelsstelle. Die Preise dieser Zertifikate werden aber anders als beim CO2-Preis vom Markt bestimmt. Sprich: Jede niedriger die CO2-Obergrenze für den jeweiligen Sektor ist, desto teurer sind auch die Zertifikate.

Focus Online hat für jede Koalitionsmöglichkeit eine Preisspanne berechnet. Setzt sich die FPD in einer der möglichen Koalitionen mit ihrer Forderung durch, könnte der Preis für Diesel und Benzin im oberen Bereich dieser Spanne liegen: Für E10 könnten bis zu 2,47 Euro pro Liter fällig werden und für Diesel bis zu 2,31 Euro pro Liter. 

Pläne der FDP würden für Spritpreis-Explosion sorgen

Gemäß den Plänen der Union, SPD oder Grünen lägen die Spritkosten dagegen im unteren Bereich der Preisspanne. So planen zum Beispiel die Grünen einen Anstieg des CO2-Preises auf 60 Euro pro Tonne bis 2023. Dann dürfte der Preis für E10 auf 1,67 Euro pro Liter steigen, Diesel würde 1,51 Euro pro Liter kosten. Das sind die Möglichkeiten im Überblick:

  • Koalition aus Union, FDP und Grünen:
    • 1,64 Euro bis 2,47 Euro pro Liter E10
    • 1,48 Euro bis 2,31 Euro pro Liter Diesel
  • Koalition aus Union, SPD und FDP:
    • 1,64 Euro bis 2,47 Euro pro Liter E10
    • 1,48 Euro bis 2,31 Euro pro Liter Diesel
  • Koalition aus SPD, FDP und Grünen:
    • 1,64 Euro bis 2,47 Euro pro Liter E10
    • 1,51 Euro bis 2,31 Euro pro Liter Diesel
  • Koalition aus SPD, Grünen und Linke:
    • 1, 67 Euro pro Liter E10
    • 1,51 Euro pro Liter Diesel

Für Rot-Grün-Rot sei die Prognose sehr schwierig, höchstwahrscheinlich wären aber keine großen Aufschläge in Sicht. Da die Grünen jedoch einen CO2-Preis von 60 Euro pro Tonne bis 2023 durchsetzen könnten, seien die angegebenen Spritpreise mit einem "großen Unsicherheitsfaktor" versehen.