Am Dienstag (19.01.21) haben Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten und dabei unter anderem die Verlängerung des Lockdowns beschlossen. Eine Maßnahme, die dabei nicht zur Debatte stand, bringt stattdessen Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ins Spiel: Er plädiert für eine Schweigepflicht in Bus und Bahn. 

Wortmann für Schweigepflicht im ÖPNV

Wortmann selbst würde diese Maßnahme "sehr stark unterstützen", betont er. "Ich selber habe in Fahrzeugen beziehungsweise U-Bahnhöfen schon Leute angetroffen, die die Maske heruntergezogen hatten und telefoniert haben", begründet Wortmann seinen Vorschlag. Mit einem Sprech- und Telefonierverbot könnten Verstöße gegen die Maskenpflicht womöglich reduziert oder ganz vermieden werden. 

Allerdings betont Wortmann im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, dass eine solche Maßnahme "nur schwer zu kontrollieren sei". Bei einer Einführung der Schweigepflicht würde er "auf die Kooperationsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger setzen." 

Auf der spanischen Insel Mallorca gilt ein solches Sprechverbot bereits seit vergangener Woche. Grund dafür seien die Corona-Neuinfektionen gewesen, die seit Dezember stark gestiegen waren. Ziel der Maßnahme sei es, "die Ansteckungen über die beim Sprechen freigesetzten Aerosolpartikel mit Viren zu vermeiden", schreibt n-tv. 

Mallorca als Vorreiter in Europa

In Deutschland hingegen wird eine solche Maßnahme bislang nicht öffentlich diskutiert. Um das Infektionsrisiko in Bus und Bahn zu reduzieren, haben sich Bund und Länder bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag (19. Januar 2021) stattdessen auf eine verschärfte Maskenpflicht im ÖPNV und Fernverkehr verständigt: Künftig dürfen nur noch medizinische Masken, wie etwa eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske, getragen werden. In Bayern sind weiterhin nur FFP2-Masken erlaubt.