• Ukraine-Krise trifft deutsche Supermärkte: Lieferschwierigkeiten bei Aldi, Lidl und Edeka
  • Speiseöl: Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure
  • Aldi reduziert Abgabemenge: nur zwei Liter Öl pro Haushalt

Erst Corona-Pandemie, dann Ukraine-Krieg: Die aktuellen Krisen sind keine guten Voraussetzungen für den Lebensmitteleinkauf. Immer häufiger sind Geschäfte wie Aldi oder Edeka von Lieferschwierigkeiten betroffen. Zu Beginn der Corona-Pandemie war plötzlich Toilettenpapier in Deutschland knapp -  jetzt, zwei Jahre später, wird das nächste Produkt, das viele wahrscheinlich täglich verwenden, zur Mangelware: Speiseöl wird knapp und teuer. Supermärkte reagieren mit Rationierung

Bei Lidl, Aldi und Edeka: Speiseöl wird zur Mangelware - Verband warnt

Der Ukraine-Krieg hat die Lebensmittelknappheit noch einmal verschärft.  Bereits jetzt lichten sich die Regale in den Supermärkten und Discountern. Speiseöl, besonders Raps- und Sonnenblumenöl, ist aktuell knapp. Laut Medienberichten, zuletzt berichtete Focus Online, rationieren Aldi-Märkte die Abgabe von Speiseöl.

Zunächst wurden nur noch vier Liter pro Haushalt abgegeben, jetzt sind es teilweise nur noch zwei Liter Raps- oder Sonnenblumenöl.

Beim Discounter Lidl sind günstige Speiseöle inzwischen stellenweise komplett ausverkauft. Aber auch in anderen Supermarktketten, von Netto über Real, Kaufland bis Edeka klaffen große Lücken bei den günstigen Eigenmarken-Ölen. 

Vor allem Sonnenblumenöl ist davon betroffen und könnte schon in einigen Wochen Mangelware werden. Davon geht der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) aus. "Die Vorräte reichen voraussichtlich noch für wenige Wochen", sagte der Ovid-Geschäftsführer Gerhard Brankatschk am 14. März 2022 der Deutschen Presse-Agentur.

Nachschub aus der Ukraine - dem wichtigsten Lieferland für Sonnenblumenöl - gebe es derzeit nicht.

Der Hintergrund: Laut Ovid sind die Ukraine mit 51 und Russland mit 27 Prozent die weltweit wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl. Deutschland deckt seinen Bedarf an Sonnenblumenöl zu 94 Prozent über Importe, nur 6 Prozent des verbrauchten Öls stammen aus heimischer Produktion. "Da kommt jetzt nichts mehr", betonte der Verband.

Kein Nachschub für Sonnenblumenöl in Sicht

Gründe für die Knappheit gibt es aber mehrere. Beim Sonnenblumenöl sei die Situation laut Ovid wegen einer Missernte in Kanada und coronabedingter Logistikprobleme schon zuvor angespannt gewesen. Bereits vor dem Ukraine-Krieg waren deshalb die Preise gestiegen. Zudem sollen zwei große Hersteller in Europa aus der Herstellung ausgestiegen sein, wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet. Laut LZ seien sowohl gesunkene Rentabilität als auch Verzögerungen in der Logistik mit schuld an der Knappheit. Letztendlich ist es laut Experten ein Zusammenspiel aus der anhaltenden Corona-Pandemie, schlechten Ernten und steigenden Herstellungskosten.

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Russlands Krieg in der Ukraine hat nicht nur Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise in deutschen Supermärkten. Auch die grundsätzliche Verfügbarkeit von Waren wird durch den Krieg stark kontrolliert. Die Ukraine ist immerhin einer der wichtigsten Exporteure von Sonnenblumen- und Rapssaaten.

Alle Krisen zusammen gesehen, die sich aktuell auf der Welt abspielen, haben somit eine Verknappung in unseren Supermärkten und Discountern zur Folge - und lassen die Preise für die Endkunden zum Teil deutlich steigen. Speiseöl im unteren Preissegment gab es vergangenes Jahr laut Chip noch für unter einen Euro. Inzwischen müssen Kunden mindestens 1,80 Euro hinlegen - wenn nicht sogar mehr.

Immer wieder wird die Vermutung geäußert, die Knappheit liege auch daran, weil Verbraucher*innen Speiseöl als Dieselersatz verwenden und daher massenhaft aufkaufen. Speiseöl ist zwar derzeit trotz der extrem gestiegenen Preise pro Liter günstiger als Diesel - Expert*innen des ADAC raten aber davon ab, das Bratöl einfach in den Tank zu kippen.

Die Lebensdauer eines Dieselmotors werde hierdurch reduziert, so der ADAC. Außerdem ist es aufgrund der anderen Steuern rechtlich nicht ganz einfach - tankt man mit Speiseöl, ist man dem Staat Geld schuldig und muss das getankte Öl eigentlich bei der Steuererklärung angeben, um sich nicht strafbar zu machen. 

Zum Weiterlesen: Sonnenblumenöl im Öko-Test: So schädlich ist das beliebte Speiseöl wirklich

mit dpa

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