Parteichef Sigmar Gabriel versicherte, die SPD habe mit dem von einer Düsseldorfer Werbeagentur initiierten peerblog.de nichts zu tun gehabt. «Manchmal kann man sich gegen Freunde nicht wehren», sagte er.

Gabriel bezeichnete die ganze Debatte darüber «Moralin gesäuert». Er verwies darauf, dass es millionenschwere Initiativen gebe, bei denen die Unterstützer bis heute nicht bekannt seien. Als Beispiel nannte er die seit 2000 aktive «Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft» (INSM), die mit ihren neoliberalen Rezepten den Kurs von Union und FDP unterstütze.

Die Seite peerblog.de war nach Hackerangriffen am Donnerstagabend vom Netz genommen worden, teilte der Betreiber, der Düsseldorfer Medienberater Karl-Heinz Steinkühler mit. Der frühere «Focus»-Redakteur wollte mit dem Portal nach Vorbild des US-Wahlkampfs für Steinbrück bloggen. Laut «Spiegel» hatten fünf Unternehmer dafür eine sechsstellige Summe zur Verfügung gestellt. Die Spender blieben anonym, was von Union, Grünen, Linken und Anti-Korruptionsgruppen kritisiert wurde. Der Bundestag hatte eine Prüfung angekündigt.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft wies Gabriels Angaben zurück. Man werde von der Metall- und Elektro-Industrie finanziert, sagte ein Sprecher. Von einem irgendwie verdeckten Unterstützerkreis wie beim peerblog könne keine Rede sein. Andere Behauptungen seien eine unzulässige Rufschädigung.