Die Sozialdemokraten fordern ein generelles Überholverbot für Lastwagen auf Autobahnen mit nur zwei Richtungsspuren während der sommerlichen Hauptreisewelle. «Das fördert den Verkehrsfluss, verbessert die Verkehrssicherheit und verhindert Staus», sagte der im SPD-Wahlkampfteam für Verkehr zuständige Fraktionsvize Florian Pronold.

Um «Elefantenrennen» langsam fahrender Lastzüge zu vermeiden, solle die bundesweite Ferienreiseverordnung geändert werden, die jährlich im Juli und August gilt. Vom Autofahrerclub ADAC und dem Bundesverkehrsministerium kam Kritik, die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich dagegen offen für die Überlegungen.

«Wenn in Ferienzeiten ein klares bundesweites Lkw-Verbot gilt, hat es auch die Polizei einfacher, die Einhaltung zu kontrollieren», sagte Pronold der «Mittelbayerischen Zeitung» (Freitag). Ausnahmen sollten möglich bleiben. «Wenn tatsächlich ein Lkw unterwegs ist in einer Geschwindigkeit, die auf einen Unfall oder einen Defekt schließen lassen, dann kann man ein solches fast stehendes Hindernis selbstverständlich überholen», sagte Pronold im Deutschlandfunk.

Der ADAC nannte den Vorschlag kontraproduktiv. Wenn Lkw-Fahrer stundenlang auf der rechten Spur hinter langsameren Wagen herführen, senke dass die Aufmerksamkeit. Ein «Verbannen» der Lastwagen auf die rechte Spur führe zudem zu einer undurchdringbaren Lkw-Schlange. «Auffahren auf die Autobahn und Abfahren wird für Pkw-Fahrer zur echten Herausforderung.» Das Bundesverkehrsministerium bekräftigte auf Abfrage seine ablehnende Haltung. Ressortchef Peter Ramsauer (CSU) hatte vor möglichen neuen Unfallrisiken gewarnt, wenn Laster dicht an dicht führen und nicht ausweichen dürften.

Der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow verwies dagegen darauf, dass beim starken Abbremsen von Pkws hinter langsam überholenden Lkws und durch Rückstaus «echte Gefahrensituationen» entstünden. Das vorgeschlagene Lkw-Überholverbot könnte etwa bei einem Pilotversuch erprobt werden, sagte Malchow der Nachrichtenagentur dpa.