Der Bahn-Vorstand traf sich am selben Tag in Berlin zu einer regulären Sitzung. Auch dabei spielte Stuttgart 21 eine Rolle. Über die Details der Vorstandsgespräche wisse er nichts, sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage.

Die «Stuttgarter Nachrichten» (Dienstag) hatten berichtet, der Vorstand wolle eine Strategie absprechen für die künftigen Auseinandersetzungen mit dem Aufsichtsrat, der Bundesregierung und den Projektpartnern Land, Stadt und Region in Baden-Württemberg. Seit Tagen wird auch über einen möglichen Ausstieg aus dem Bauvorhaben diskutiert, zu dem eine unterirdischen Durchgangsstation im Zentrum Stuttgarts und die Anbindung an eine Schnellbahnstrecke gehört.

Der Bahn-Vorstand hatte dem Aufsichtsrat und der Öffentlichkeit im Dezember mitgeteilt, dass der Finanzierungsrahmen für Stuttgart 21 um 1,1 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro erhöht werden muss. Hinzu kämen Risiken von 1,2 Milliarden Euro. Der Aufsichtsrat der Bahn kann dem neuen Finanzkonzept zustimmen oder eine andere Lösung beschließen.

Der stellvertretende Aufsichtsratschef Alexander Kirchner hatte die Chancen für den Weiterbau des Projekts am Montag auf 50 zu 50 eingeschätzt. Es müsse offen über Alternativen diskutiert werden, forderte er im Deutschlandfunk. «Niemandem ist geholfen, wenn das Projekt scheitert und dort nur ein Scherbenhaufen liegt», sagte Kirchner, der Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist.