Von Juni bis August können die Deutschen mit dem 9-Euro-Ticket bundesweit den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Seit dem 23. Mai 2022 gibt es das Ticket zu kaufen und der Andrang ist groß. Die Polizei hat bereits Sicherheitsbedenken wegen der möglicherweise bald überfüllten Züge und Busse. Um das zu vermeiden, will die Deutsche Bahn vor allem auf beliebten Touristen-Strecken mehr Züge und Personal einsetzen.

Das 9-Euro-Ticket gilt aber nicht für jede Zugverbindung: Fernverkehrszüge, also ICE und IC, dürfen nicht mit dem vergünstigten Ticket genutzt werden. Es gibt dabei aber eine Ausnahme. In Nordrhein-Westfalen gilt die sogenannte Mobilitätsgarantie. Diese beinhaltet, dass bei Verspätung oder Ausfall des ÖPNV auch Fernverkehrszüge benutzt werden dürfen - und gilt auch für alle, die das 9-Euro-Ticket nutzen, wie unter anderem die Verkehrsverbünde Rheinbahn und Nahverkehr Rheinland mitteilen.

Ausnahme beim 9-Euro-Ticket: In NRW darf unter Umständen der Fernverkehr benutzt werden

Die Sonderregel gilt ab einer Verspätung von 20 Minuten oder mehr an der Abfahrthaltestelle. Fällt ein Nahverkehrsmittel aus, greift die Mobilitätsgarantie nur, wenn die nächstmögliche Verbindung erst 20 Minuten später fahren würde. Außerdem gilt sie nicht, wenn die Verspätung erst während der Fahrt auftritt sowie bei einem Ausfall wegen Streik, Unwetter, Naturgewalten, Bombenentschärfungen oder Bombendrohungen.

Die Kosten für die Fahrt mit IC oder ICE im Rahmen der Mobilitätsgarantie werden auf Antrag zurückerstattet. Alternativ können Reisende auch Taxi oder Car-Sharing-Dienste benutzen. In diesem Fall werden jedoch tagsüber nur maximal 30 Euro und abends zwischen 20 Uhr und 5 Uhr 60 Euro zurückerstattet.

Die Mobilitätsgarantie ist auf den ÖPNV in Nordrhein-Westfalen beschränkt. In allen anderen Bundesländern ist über die Fahrgastrechte der Deutschen Bahn einheitliche geregelt, was bei Verspätungen oder Ausfällen möglich ist. Theoretisch ist es auch hier erlaubt, ab einer Verspätung von mindestens 20 Minuten einen höherwertigen Zug zu benutzen. "Kunden mit einer Nahverkehrsfahrkarte müssen zunächst eine gültige Fernverkehrs-Fahrkarte beziehungsweise den Produktübergang bezahlen", heißt es auf der Webseite der Deutschen Bahn. "Die entstehenden Aufwendungen kann der Kunde anschließend geltend machen." Wer mit dem 9-Euro-Ticket unterwegs wird, darf aber wahrscheinlich trotzdem nicht auf einen ICE oder IC umsteigen. Laut Fahrgastrechten gilt die Regelung nämlich nicht für "erheblich ermäßigte Fahrkarten".

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