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Bundestagswahl

Söder oder Laschet als Kanzlerkandidat? Gespräche laufen - so ist der Stand

Bis Ende der Woche wollten sie sich entschieden haben: Laschet oder Söder - wer wird Kanzlerkandidat der Unionsparteien? Das ist der aktuelle Stand.
 

Im unionsinternen Streit um die Kanzlerkandidatur sind CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder weiter miteinander im Gespräch. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Unionskreisen. Weitere Details zum Stand der Beratungen blieben aber offen, auch bis wann die Entscheidung fallen soll.

Am Dienstag hatten Laschet und Söder nach einer rund vierstündigen Beratung in der Unionsfraktion mitgeteilt, das sie bis Ende der Woche eine Entscheidung für die festgefahrene K-Frage präsentieren wollen. Ob sie damit den Freitag meinten oder das Wochenende, ließen sie offen. Beide hatten am vergangenen Sonntag erklärt, dass sie für die Kandidatur bereitstünden, woraufhin sich die obersten Parteigremien hinter ihrem jeweiligen Parteichef versammelten.

Laschet oder Söder? So ist der Stand

Doch wie sieht es im Moment aus, was spricht für Söder, was für Laschet? Für Söder spricht vor allem seine Popularität bei den Wählern: 72 Prozent der Unions-Wähler halten laut infratest dimap Söder für den geeigneteren Kandidaten - nur 17 Prozent Laschet. Doch während Söder - wie andere Politiker von CSU und auch CDU - auf diese  Umfragen verweist, betont Laschet immer wieder, Umfragen könnten sich sehr schnell ändern.

Auch in der Partei-Basis findet Söder großen Zuspruch: Die Abgeordneten der Unionsfraktion hatten sich  mehrheitlich für Söder ausgesprochen. 

Also alles klar für Kanzlerkandidat Markus Söder? Nicht ganz, denn Söder mangelt es an entscheidender Front an Unterstützung: Die CDU-Spitzenpolitiker ergriffen mehrheitlich für Laschet das Wort. Auf ein ähnlich stabiles Netzwerk auf Bundesebene kann Söder nicht zurückgreifen.

Was und wer für die jeweiligen Kandidaten spricht

Dieser Gegensatz zwischen Popularität und Rückhalt bei der Parteispitze zeigt sich auch bei den Wortmeldungen der jeweiligen Unterstützer. So betonte CDU-Vize Jens Spahn betonte am Freitagmorgen im Deutschlandfunk, dass für ihn Laschet als CDU-Vorsitzender "der natürliche Kanzlerkandidat der Union" sei, weil man ihn im Januar zum Vorsitzenden gewählt habe. "Jeder, der ihn gewählt hat, wusste, dass er damit auch den Kanzlerkandidaten der CDU nominiert habe", so Spahn, der sich damit vor allem auf den formalen Akt der Kandidaten-Kür bezieht.

Anders Söders Unterstützer: So bekräftigte Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU), dass es in der Sitzung am Dienstag ein "ganz klares Meinungsbild in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion" für Söder gegeben habe. Wenn man gewinnen wolle, dürfe man "den Besten nicht auf der Bank sitzen lassen", sagte sie. 

Prognose: Je länger ein klares Bekenntnis und eine fixe Entscheidung pro Laschet ausbleibt, desto wahrscheinlicher wird es, dass am Ende Markus Söder Kanzlerkandidat der Unionsparteien wird. 

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rowa/mit dpa/Vorschaubild: Guido Kirchner (dpa)

Vorschaubild: © Guido Kirchner (dpa)