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Sigmar Gabriel an Uni Bonn: Flugblätter, Buhrufe und Applaus - Israel-Iran-Konflikt im Fokus

An der Universität Bonn hielt Ex-Außenminister Sigmar Gabriel eine Vorlesung. Plötzlich rollen Studenten ein Plakat aus. Der Politiker reagiert.
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An der Universität Bonn hielt Ex-Außenminister Sigmar Gabriel eine Vorlesung. Plötzlich rollen Studenten ein Plakat aus. Der Politiker reagiert. Foto: Oliver Berg/dpa
An der Universität Bonn hielt Ex-Außenminister Sigmar Gabriel eine Vorlesung. Plötzlich rollen Studenten ein Plakat aus. Der Politiker reagiert. Foto: Oliver Berg/dpa

Sigmar Gabriel hält Vorlesung an der Uni Bonn: Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat eine gemeinsame europäische Syrien-Strategie angemahnt. "Es ist eine wahre Herkulesaufgabe, die Europa da zu bewältigen hat", sagte der SPD-Politiker am Montag in einer Vorlesung an der Universität Bonn. Er kritisierte, dass Europa zuletzt wieder ohne gemeinsame Linie agiert habe: Frankreich und Großbritannien hätten sich mit den USA an den Militärschlägen beteiligt, Deutschland und andere europäische Länder hätten sich zurückgehalten. "Diese Spaltung ist wirklich gefährlich, weil sie andere Mächte dazu ermuntert, uns zu testen", sagte Gabriel.

Der vor einem Monat aus dem Amt geschiedene Ex-Minister sprach über das Thema "Deutschland in einer unbequeme(re)n Welt". Er hatte sich noch als Außenminister bereiterklärt, in diesem Sommersemester ehrenamtlich einen Lehrauftrag an der Traditionsuni zu übernehmen. Auch die ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Christian Wulff, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und der frühere Außenminister Joschka Fischer waren nach dem Ende ihrer politischen Laufbahn als Gastdozenten aktiv geworden.

Wie der "Focus" berichtet, waren bereits zu Beginn der Vorlesung herumfliegende Flugblätter in den vorderen Reihen des Hörsaals zu sehen. Der SPD-Politiker bemerkte anschließend das aufgehängte Plakat und sagte dazu: "Sie müssen sich jetzt umdrehen, die hängen da ein Plakat zu Israel auf. Wenn sie sich das nicht anschauen, sind die enttäuscht." Viele der Studenten reagierten amüsiert, Andere äußerten Unmut. Auf dem aufgehängten Plakat stand "Gegen Iran-Siggi. Für Israel."

 


Der passende Kontext zum Plakat, ist Gabriels Iran-Besuch als Wirtschaftsminister, der für Kritik gesorgt hatte. Doch Gabriel hatte noch Weiteres zu sagen: "Es gibt wenige Länder, zu denen ich so ein enges Verhältnis wie zu Israel habe." Zudem verwies er auf seinen verstorbenen Vater, der bis zu seinem Tod ein "überzeugter Nationalsozialist" gewesen sei und auf die Familie seiner älteren Tochter, in der es ein Auschwitz-Opfer gebe.
dpa/tu