Siegen
Gerichtsurteil

Siegen /NRW: Mord aus zurückgewiesener Liebe in Waldstück - Teenager verurteilt

Ein Teenager tötet einen Mitschüler. Laut Anklage soll der seine Liebe nicht erwidert haben - der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Nun ist der Jugendliche zu einer Strafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden und kommt in eine psychiatrische Klinik.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Nähe der Schule erwürgte der Teenager seinen Mitschüler. In der Anklageschrift soll das Opfer die Liebe des damals 14-Jährigen nicht erwiedert haben. Nun wurde er zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Foto: Roland Weihrauch/dpa
In der Nähe der Schule erwürgte der Teenager seinen Mitschüler. In der Anklageschrift soll das Opfer die Liebe des damals 14-Jährigen nicht erwiedert haben. Nun wurde er zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Weil er einen Mitschüler erwürgt hat, ist ein Teenager aus Wenden in Nordrhein-Westfalen zu einer Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. 

Unterbringung in Psychiatrie

Das Gericht wertete die Tat als Totschlag, wie eine Sprecherin des Landgerichts am Donnerstag nach der Urteilsverkündung sagte. Die Richter ordneten außerdem eine Unterbringung des 15-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Der Prozess hatte im April begonnen und lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zu den durch das Gericht festgestellten Tatumständen und den Gründen für die Unterbringung in einer Psychiatrie wollte die Gerichtssprecherin unter Verweis auf den Jugendschutz keine Angaben machen. Laut Anklage hatte der Jugendliche den Älteren aus enttäuschter Liebe in einem Streit umgebracht.

Der Fall hatte im Herbst 2018 bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Laut Anklage hatten der damals 14-Jährige und sein zwei Jahre älteres späteres Opfer am 30. Oktober den Unterricht geschwänzt und sich in einem Waldstück nahe der Schule getroffen. Der angeklagte Teenager war demnach in den Älteren verliebt und hatte auf sexuelle Handlungen gehofft. Als der 16-Jährige ihn zurückwies, sei es zum Streit gekommen.

Würgte 16-Jährigen bis er starb

Der Angeklagte habe ihn gewürgt bis er starb, hieß es in der Anklage. Anschließend habe er die Leiche in ein anderes Waldstück in Schulnähe geschleppt. Dort fand ein Feuerwehrmann am Abend des nächsten Tages bei einer Suchaktion den Toten. Der Vater des Opfers hatte seinen Sohn vermisst gemeldet. Der 14-Jährige war zunächst als Zeuge befragt worden und verstrickte sich dann in Widersprüche. Mitschülern war seine verdreckte und durchnässte Kleidung aufgefallen. Er kam in Untersuchungshaft.

Täter legt zu Prozessbeginn Geständnis ab

Zu Prozessbeginn im April hatte der Teenager gestanden, für den Tod des Älteren verantwortlich zu sein. Danach drang über den Prozessverlauf nichts mehr an die Öffentlichkeit. Erst über die Plädoyers Anfang der Woche hatte das Gericht in groben Zügen berichtet: Der Staatsanwalt hatte demnach entgegen der ursprünglichen Anklage die Tat in seinem Plädoyer sogar als Mord bewertet.

Dem folgten die Richter am Donnerstag nicht, blieben aber beim Strafmaß nur knapp hinter den von Staatsanwaltschaft und Nebenklage geforderten acht Jahren zurück. Der Verteidiger wertete die Tat seines Mandanten in seinem Plädoyer als gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge und hatte ein Strafmaß von sechs Jahren vorgeschlagen. Ob Verteidigung oder Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wollen, war zunächst nicht bekannt.

Versuchter Mord in Nürnberg

In Nürnberg ermittelt die Polizei gegen ein Mann, der einen 64-Jährigen mit einem Messer attackiert haben soll. Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht und behandelt.