Berlin
Umfrage

Shell-Studie zeigt, was Jugendliche denken: Angst vor Umweltverschmutzung am größten

Die Welt aus den Augen von Jugendlichen sehen, das ermöglicht die Shell-Jugendstudie seit 1953. Sie zeigt, wovor Jugendliche Angst haben und was sie bewegt.
Artikel drucken Artikel einbetten

Die Jugend von heute zeigt sich derzeit besonders durch ihre Demonstrationen jeden Freitag gegen die Klimapolitik. Aber was bewegt die jungen Leute noch? Die Shell-Jugendstudie zeigt in den Ergebnissen, dass sie sich verstärkt zu Wort melden und mehr Ansprüche an Politik und Gesellschaft haben. Sie haben Vertrauen in die Demokratie. Aber: Die größten Ängste stellen für die Jugendlichen Umweltverschmutzung, Terroranschläge und der Klimawandel dar.

Was Jugendliche wirklich denken: Ein Teil fühlt sich missverstanden

Die Autoren schreiben in den Ergebnissen, dass es neben den Engagierten eine Gruppe Heranwachsender gibt, die sich missverstanden fühlt, und auch ignoriert und manipuliert. Sie haben in Teilen das Denk- und Verhaltensmuster von Populisten übernommen, wie der Spiegel berichtet.

Das Misstrauen zeigt sich durch Aussagen wie diesen: "In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden." 68 Prozent stimmen dem zu. Und mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Regierung der Bevölkerung die Wahrheit verschweige.

Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen unterstützen 57 Prozent der Befragten, aber neben einer Flüchtlingsfamilie wohnen will dagegen ein Fünftel nicht.

30 Jahre nach dem Mauerfall: Jugendliche in Ost und West ähnlich optimistisch

Aber nicht nur negative Ergebnisse fordert die Umfrage zutage. Erstmals seit 2006 blicken sowohl ost- als auch westdeutsche Jugendliche optimistisch in die persönliche Zukunft. Besonders wichtig dabei: ein sicherer Arbeitsplatz. Auf den legen die Frauen mehr Wert, als die Männer.

Was deutlich die gesellschaftlichen Debatten widerspiegelt ist die Angst der Jugendlichen. 2015 noch dominierte die Angst vor Terroranschlägen - 2019 ist es die Angst vor Umweltverschmutzung. 71 Prozent der Jugendlichen haben davor am meisten Angst.

Gutes Verhältnis zu den Eltern wichtig

Trotz heftiger Debatten zwischen den Generationen in gesellschaftlichen Fragen, haben Jugendliche ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Neun von zehn Befragten verstehen sich "gut" oder "bestens" mit den eigenen Eltern. 74 Prozent der Jugendlichen würden ihre Kinder so erziehen, wie sie selbst erzogen worden sind. Gleichzeitig fällt vielen der Abnabelungsprozess schwer: Drei Viertel der Auszubildenden und rund 40 Prozent der Studierenden und Erwerbstätigen wohnen noch zu Hause.

Die Shell-Jugendstudie wurde von einem Forscherteam um den Bielefelder Politikwissenschaftler Mathias Albert erarbeitet. Die repräsentative Umfrage lieferte das Münchner Meinungsforschungsinstitut Kantar Public. Es wurden 2.572 Jugendliche im Alter von zwölf bis 25 Jahre befragt.