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Seit dem Lockdown: So viel mehr Geld geben wir im Supermarkt aus

Durch den bundesweiten Lockdown hat sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher stark verändert. Einer Studie zufolge soll besonders im Supermarkt nun mehr Geld ausgegeben werden.
 
Coronavirus – Supermarkt
Eine Studie hat festgestellt, dass sich seit der Coronazeit die durchschnittlichen Ausgaben im Supermarkt deutlich erhöht haben. Foto: Sven Hoppe (dpa)

Aufgrund des momentanen Lockdowns sind sämtliche gastronomische Betriebe geschlossen. Supermärkte sind nach wie vor geöffnet, dürfen allerdings nur mit Maske betreten werden.

Durch die Krisenzeit hat sich auch das Konsumverhalten der Bevölkerung geändert. Eine exklusive Studie des Zahlungsdienstleisters "Transferwise", welche t-online vorliegt, deckt auf, wie sich das Coronavirus auf das Verbraucherverhalten der Deutschen im Supermarkt ausgewirkt hat. 

Supermarkt-Studie: Deutsche geben mehr Geld im Supermarkt aus

Die Studie blickt auf die letzten drei Monate (Februar, März, April 2020) zurück und vergleicht die Entwicklungen der Supermarkt-Einkäufe in 22 unterschiedlichen Ländern. In die Wertung miteinbezogen, wurden 4,3 Millionen Einkäufe, welche ausschließlich mit Karte bezahlt wurden.

Das Ergebnis ist eindeutig: Es wird mehr Geld im Supermarkt ausgegeben, als vor der Krise. Im Schnitt sind die Ausgaben im Supermarkt um 65 Prozent gestiegen

Während im Februar ein deutscher Einkaufswagen mit Waren im Wert von durchschnittlich 12,10 Euro befüllt wurde, sind es April nun schon 23,90 Euro.  Das entspricht einer Steigerung von 97,52 Prozent. Damit belegt Deutschland den dritten Platz im internationalen Vergleich, was den prozentualen Anstieg der Ausgaben angeht. Die größte Entwicklung hat es in Spanien gegeben: Dort stiegen die durchschnittlichen Ausgaben von 15 Euro auf 30,70 Euro pro Einkauf, was einer Steigerung von 104,67 Prozent entspricht.

Im absoluten Vergleich der Ausgaben pro Einkauf liegt Deutschland allerdings nur auf Platz 13, also im Mittelfeld. Spitzenreiter ist die Schweiz mit durchschnittlich 36,40 Euro pro Gang in den Supermarkt. 

Höhere Ausgaben im Supermarkt -  woran liegt das?

Doch woher kommen die steigenden Zahlen? In einem Gespräch mit t-online erklärt Eva Stüber vom "Kölner Institut für Handelsforschung", dass die hohen Ausgaben eine logische Folge des Lockdowns seien. Die Unsicherheit habe zunächst zu Hamsterkäufen geführt und einige Menschen dazu verleitet, "größere Vorratskäufe" zu machen. 

Außerdem spiele die Schließung der gastronomischen Betriebe eine wichtige Rolle: "Die Menschen müssen deshalb mehr zu Hause kochen. Auch die Freizeitgestaltung hat sich durch Corona stark verändert. Das Bier, das viele Menschen sonst in der Kneipe getrunken hätten, kaufen sie nun im Supermarkt. Dies wirkt sich auf die Umsätze aus", erklärt Stüber.

Im internationalen Vergleich zählt Deutschland, trotz des hohen Ausgabenanstiegs, eher zu den Ländern, die weniger Geld im Supermarkt lassen. Dies hänge der Expertin zufolge mit den unterschiedlichen Preisniveaus der Länder zusammen. "Das Preisniveau in Europa ist unterschiedlich. In Ländern wie der Schweiz oder Frankreich zahlen Verbraucher grundsätzlich mehr für ihren Einkauf. Deutschland ist dagegen Discounterland Nummer Eins."

aa