Der Fleischkonsum in Deutschland ist enorm: Ein einzelner Bundesbürger verspeist pro Jahr rund 60 Kilogramm Fleisch. Dabei bestehen rund zwei Drittel der Fleischwaren aus Schweinefleisch.

Bei der Fleischproduktion wird meist darauf geachtet, die Konkurrenz mit möglichst niedrigen Preisen zu unterbieten und somit besonders attraktiv für den Endverbraucher zu sein. Doch leidet darunter auch die Qualität des Fleisches? Deutsche Wissenschaftler haben das Schweinefleisch aus Supermärkten und Metzgereien genauer unter die Lupe genommen und auf Keime überprüft.

Hepatitis-Viren in Schweinefleisch nachgewiesen

An der Untersuchung waren neben einigen Wissenschaftlern aus Tübingen auch das "Robert-Koch-Institut", das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Journal of Viral Hepatitis.

Insgesamt wurden 131 Proben von unterschiedlichen Schweinefleischwaren entnommen. Darunter 41 Proben von Schweinelebern, 40 von streichfähigen Leberwürsten, 40 von Leberpasteten und zehn von Rohwürsten ohne Leber. Die Fleischproben stammten vor allem aus West- und Südwestdeutschland, einige aus europäischen Ländern wie Polen, Österreich, Belgien und den Niederlanden.

Die Analyse der Proben ergab, dass 13 Prozent der untersuchten Leberwürste Hepatitis-E-Viren enthielten. Bei der Schweineleber waren es fünf Prozent.

Dem Studienbericht zufolge hätten sich diese Werte im Vergleich zu den Vorjahren zwar kaum verändert, seien aber immer noch viel zu hoch. Wie infektiös die Viren sind, wurde von den Forschern nicht untersucht. 

Hepatitis: Wie gefährlich ist die Krankheit?

Hepatitis-E wird in Deutschland größtenteils über unzureichend gegartes, infiziertes Schweinefleisch und Wild übertragen. Weitere Krankheitstypen sind Hepatitis A, B, C, und D. Eine Hepatitis-Infektion kann bei bestimmten Patientengruppen zu Leberversagen führen, im schlimmsten Fall sogar zum Tod. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchbeschwerden.

Eine Impfung gegen Hepatitis ist nur teilweise möglich. Bisher sind nur Impfstoffe gegen die Formen von Hepatitis A und B zugelassen. 2019 wurden nach Angaben des Tübinger Instituts in Deutschland 3727 Fälle gemeldet. Im August 2020 lag die Zahl für das laufende Jahr bereits bei 2280 bekannten Fällen.

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