In einem Supermarkt im nordhessischen Schwalmstadt sind ein Mann und eine Frau durch Schüsse ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass der 58-Jährige am Dienstag (7. Juni 2022) zunächst die 53-jährige Frau und dann sich selbst getötet hat.

Das hätten Zeugen der Tat übereinstimmend berichtet, teilten die Beamten mit. "Nach den ersten Ermittlungen zu dem Ablauf der Tat liegen derzeit keine Hinweise auf die Beteiligung dritter Personen vor." Eine Gefahr für die Bevölkerung oder Unbeteiligte bestehe nicht.

Update vom 09.06.2022, 11.40 Uhr: Woher hatte der Täter die Waffe?

Der 58-jährige Mann, der in einem Lebensmittelmarkt in Schwalmstadt seine Ex-Partnerin und sich selbst erschossen haben soll, war nicht legal im Besitz der Schusswaffe. Wie er an diese kam, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann habe keine waffenrechtliche Erlaubnis gehabt.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe der 58-Jährige in dem Discounter vier Schüsse auf die Frau abgegeben, bevor er sich selbst durch einen Schuss in den Kopf das Leben nahm. Von November 2021 bis Februar 2022 soll der Mann aus dem Landkreis Osnabrück mit der Frau eine Beziehung gehabt haben, die von der 53-Jährigen beendet worden war. Woher sie sich kannten, blieb zunächst offen. Noch am Tattag hatte die Frau Anzeige gegen den Deutschen erstattet wegen Körperverletzung, Nötigung und Nachstellung. Nach Polizeiangaben hatten sich dabei "keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung der Frau" ergeben. Rund zwei Stunden später fielen die tödlichen Schüsse in dem Discounter.

Update vom 09.06.2022, 8 Uhr: War es eine Beziehungstat? Opfer und Täter sollen liiert gewesen sein

Eine vorausgegangene Trennung ist nach Angaben der Ermittler vermutlich das Motiv für die tödlichen Schüsse in einem Lebensmittelmarkt in Schwalmstadt gewesen. Noch kurz vor der Tat habe die getötete 53-jährige Frau Anzeige gegen den 58-jährigen mutmaßlichen Täter erstattet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Marburg am Dienstag mit. Der Mann aus Niedersachsen habe nach bisherigen Ermittlungen in dem Lebensmittelmarkt zunächst gezielt auf die Frau aus Schwalmstadt geschossen und sich unmittelbar danach durch einen Schuss in den Kopf selbst das Leben genommen. Beide hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach bisherigen Erkenntnissen hätten der Mann und die Frau von Ende 2021 bis Anfang 2022 eine Beziehung geführt, die von der Frau beendet worden sei. Am Vorabend des Tattages habe es einen Polizeieinsatz in der Wohnung der Frau gegeben. Dabei hätten die Beamten gegen den 58-Jährigen, der sich dort aufhielt, einen Platzverweis ausgesprochen, dem er auch nachgekommen sei. Der Mann habe sich danach unauffällig und ruhig verhalten. Beamte hätten die Frau beraten und über die Möglichkeit aufgeklärt, Anzeige zu erstatten.

Am nächsten Tag habe die Frau auf der Polizeistation Schwalmstadt Strafanzeige gegen den Mann erstattet wegen Körperverletzung, Nötigung und Nachstellung. Aus ihrer Vernehmung hätten sich "keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung der Frau" ergeben, so die Polizei. Dennoch sei sie polizeilich beraten worden. Weder der Mann noch die Frau seien vor der Tat polizeilich in Erscheinung getreten.

Der Kasseler Polizeipräsident Konrad Stelzenbach zeigte sich erschüttert von dem dramatischen Geschehen. "Diese tragische Tat macht uns alle tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt insbesondere den Angehörigen und allen Menschen, die unter dem unmittelbaren Eindruck dieses unfassbaren Verbrechens stehen", erklärte er. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern weiter an, die Polizei bat Zeugen um Hinweise.

Update vom 08. 06. 2022, 10.45 Uhr: Polizei hält Informationen über Täter-Opfer-Beziehung zurück

Nach den tödlichen Schüssen in einem Lebensmittelmarkt im nordhessischen Schwalmstadt ermittelt die Polizei zu den Hintergründen der Tat. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein 58 Jahre alter Mann am Dienstag in der Mittagszeit zunächst eine 53 Jahre alte Frau erschossen, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Die Hintergründe zu dem Fall sind aber noch völlig unklar.

So wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag keine Details bekannt geben, in welcher Beziehung der mutmaßliche Täter und das Opfer standen und welche Herkunft sie hatten. Auch der genaue Tathergang war zunächst nicht näher bekannt. "Nach den ersten Ermittlungen zu dem Ablauf der Tat liegen derzeit keine Hinweise auf die Beteiligung dritter Personen vor", erklärten sie.

Die Ermittler verwiesen auf noch laufende Zeugenbefragungen und die Spurensuche am Tatort. Die Beamten durchsuchten noch am Dienstag die Wohnung des Mannes. Die nordhessische Tageszeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine zitierte eine mutmaßliche Augenzeugin, wonach die Frau in dem Discountermarkt zunächst von dem Mann verfolgt worden sei und laut um Hilfe gerufen habe. Ein Polizeisprecher machte dazu auf Anfrage keine Angaben.

Schüsse in Discounter: Zwei Menschen in Schwalmstadt tot

Nach Angaben der Polizei fielen die Schüsse am Mittag um kurz nach 13 Uhr in einem Discounter-Markt im Stadtteil Treysa. "Zwei Personen wurden im Markt leblos aufgefunden", twitterte das Polizeipräsidium Nordhessen. Der Lebensmittelmarkt mit angeschlossener Bäckerei befindet sich mitten im Stadtteil Treysa direkt neben einem Einkaufszentrum und in der Nähe des Bahnhofs. Schwalmstadt liegt in etwa auf halber Strecke zwischen Marburg und Kassel.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Marburg läuft neben der Spurensicherung am Tatort auch eine Wohnungsdurchsuchung bei dem beschuldigten Mann. In welchem Verhältnis die beiden zueinander standen, sei unklar, ebenso wie die Nationalität des mutmaßlichen Täters. Derzeit würden Zeugen befragt.

Die Polizei rückte nach eigenen Angaben mit starken Kräften aus. Der Bereich um den Lebensmittelmarkt sei weiträumig abgesperrt worden. "Wir sind mit zahlreichen Kolleginnen & Kollegen am Einsatzort", twitterte das Polizeipräsidium Nordhessen. Es gehe jetzt um die Spurensicherung und auch um die Betreuung von möglichen Zeugen, sagte ein Sprecher des Präsidiums.

Die hessische Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) reagierte während einer Landtagssitzung auf die Nachricht und dankte den Einsatzkräften in Schwalmstadt. Sie sprach im Namen des Landtags den Angehörigen herzliches Beileid aus. Wallmann informierte die Abgeordneten zwischen zwei Reden in der Plenardebatte, die auf die Regierungserklärung von Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) folgte.

Schwalmstadt liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Marburg und Kassel und ist die größte Stadt im Schwalm-Eder-Kreis. Die Kommune hatte zum Stichtag 31. Dezember 2020 rund 18.000 Einwohner.

Hinweis der Redaktion: Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichst du unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Innerhalb von Bayern kannst du dich alternativ unter der 0800-6553000 beim Netzwerk Krisendienste Bayern melden. Dort bekommst du rund um die Uhr qualifizierte Hilfe in psychischen Krisen und Notfällen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") findest du zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.