Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will bei Spritpreisen von zwei Euro oder mehr eingreifen. Wenn der Spritpreis über zwei Euro springe, müsse die Politik die Kraft haben, einzuschreiten, sagte er "Bild Live". Noch sei man aber "Gott sei Dank" einige Stufen von diesen Preisen entfernt. Vorstellen kann er sich dabei offenbar Maßnahmen bei Steuer oder Pendlerpauschale. Dabei warnte er auch mit Blick auf die Bundestagswahl in knapp drei Wochen: "Wenn es eine linke Republik gibt, dann wird auch die Mobilität teurer."

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nannte Scheuers Äußerungen eine "absolute Pappkameraden-Debatte". "Es ist vollkommen klar, dass der Wechsel in der Automobilindustrie vor allem dadurch stattfindet, dass nicht alles über den Preis geregelt wird, sondern dass es ein klares Ausstiegsdatum für den fossilen Verbrennungsmotor gibt", sagte Baerbock am Montag in Rostock nach einem Wahlkampfauftritt.

Scheuer will bei Spritpreisen über zwei Euro einschreiten: Baerbock hält dagegen

Scheuer habe in den vergangenen Jahren als Verkehrsminister nicht nur "Milliarden mit seinem Mautdebakel versenkt, sondern er hat mit seinem Nichtstun auch dafür gesorgt, dass wir bei der Ladestellen-Infrastruktur flächendeckend in Deutschland katastrophal dastehen", so Baerbock.

Laut einem Bericht der Bundesregierung, dessen Entwurf dem Handelsblatt vorliegt, ist ein Spritpreis von mehr als zwei Euro nicht nur denkbar, sondern notwendig. Dem Bericht zufolge verfehlt Deutschland seine Klimaziele, was unter anderem über den CO2-Preis ausgeglichen werden müsste. Den Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge könnte der Preis für Kraftstoffe dadurch künftig bis zu 70 Cent steigen - und läge damit über zwei Euro.