Bremerhaven

Sanierung der «Gorch Fock» wieder aufgenommen

Monatelang tat sich nichts bei der Sanierung des Segelschulschiffs der Marine. Nach dreimonatigem Zahlungsstopp gehen die Arbeiten an der «Gorch Fock» nun weiter. Wie stehen die Chancen, dass sie wieder segelt?
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«Gorch Fock»
Der Bugspriet der «Gorch Fock» ragt im Trockendock aus der Überdachung. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Die Sanierung des maroden Segelschulschiffs «Gorch Fock» ist am Montag wieder aufgenommen worden. «Die Belegschaft ist sehr erleichtert», sagte der Betriebsratsvorsitzende der nahe Bremen beheimateten Elsflether Werft, Ralf Templin.

Nun werde mit aller Kraft daran gearbeitet, die Sanierung voranzutreiben. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche mit der neuen Leitung der Elsflether Werft AG auf eine Aufhebung des seit 12. Dezember geltenden Zahlungsstopps geeinigt.

Das Schulschiff der Marine soll zunächst für 11 Millionen Euro bis zum Sommer schwimmfähig werden. Danach soll die Dreimast-Bark für maximal 48 Millionen Euro wieder hochseetauglich gemacht werden. Die «Gorch Fock» liegt seit über drei Jahren in einem Dock, das die Elsflether Werft eigens dafür in Bremerhaven angemietet hat.

Das Verteidigungsministerium hatte mit der neuen Leitung der Werft strengere Kontrollregeln, mehr Transparenz und eine strikte Kostengrenze vereinbart. Bei der Sanierung war es zu einer Kostenexplosion von 10 auf bis zu 135 Millionen Euro gekommen. Von der Leyen hatte vergangene Woche in Berlin gesagt, die «Gorch Fock» sei noch nicht außer Gefahr, aber es gebe jetzt eine gute Chance, dass sie wieder segeln könne.

Die Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe. Dafür soll die geschasste alte Leitungsriege verantwortlich sein. Die Vorstände wiesen Vorwürfe einer persönlichen Bereicherung aber kategorisch zurück.