• Aldi, Netto und Edeka bestätigen Schnelltest-Verkauf
  • Rossmann und dm starten Verkauf von Schnelltest voraussichtlich am 9. März
  • Sonderzulassung für drei Corona-Selbsttests erteilt
  • Tests können auch ohne Schulung durchgeführt werden
  • Schnelltests sollen von Apothekern in den nächsten Wochen durchgeführt werden

Der Gesundheitsminister Jens Spahn hat schon länger Corona-Schnelltests und Selbsttests für die breite Bevölkerung angekündigt - nun scheinen sich seine Versprechungen  zu erfüllen. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF erklärte er, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Sonderzulassung für drei Produkte erteilt hat. Die ersten Discounter haben den Verkauf bereits bestätigt. Bei Aldi soll es noch diese Woche Schnelltests im Sortiment geben. 

Update vom 01.03.21, 16 Uhr: Drogerieketten dm und Rossmann starten Verkauf der Schnelltests am 9. März

Den zugelassenen Schnelltest des Herstellers Boson können Kunden der Drogeriekette dm ab voraussichtlich 9. März kaufen. "Wir rechnen mit einer Verfügbarkeit für unserer Kunden frühestens ab dem 9. März, sofern die Lieferzusagen des Herstellers eingehalten werden können", so dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer gegenüber der Bunten. Sie befänden sich aktuell noch in Gesprächen, weshalb sie zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben zum Verkaufspreis der Selbsttest machen könnten.

Das Unternehmen betonte, dass die Tests bei richtiger Anwendung eine hohe Zuverlässigkeit hätte. Bayer geht davon aus, dass die Liefermengen zunächst begrenzt sind. "Wir wollen, dass möglichst viele Menschen davon profitieren. Deshalb werden wir zunächst die Abgabemenge pro Person limitieren", so der Geschäftsführer von dm.

Auch die Drogeriemarktkette Rossmann peilt den 9. März als Verkaufsstart an. Jedoch wäre dies nur möglich, wenn die Lieferzusagen eingehalten werden, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Rossmann arbeitet mit Hochdruck daran, auch Test anderer Hersteller ins Angebot aufnehmen zu können.

Andere Einzelhändler planen ebenfalls den Einstieg in dieses Produktsegment, machen dies aber von der Verfügbarkeit abhängig und nennen noch keinen Termin für den Verkaufsstart. Aldi Süd will den Verkauf "in Kürze" starten. Auch Edeka sitzt an dem Vorhaben, macht hierbei aber keine Angaben für einen möglichen Verkaufsbeginn. Lidl und Rewe teilten mit, so eine Sortimentserweiterung zu prüfen.

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Seit Beginn der Pandemie vor etwa einem Jahr hat der Einzelhandel recht schnell Produkte in seine Verkaufsregale gehievt, die zu Kassenschlagern wurden - ob Desinfektionsmittel oder Schutzmasken. Wie teuer die Selbsttests sein könnten, dazu machte noch keine Firma konkrete Angaben. Auch in Apotheken sollen die Präparate im freien Verkauf zu haben sein.

Update vom 26.02.21, 16 Uhr: Aldi, Netto und Rossmann bestätigen Schnelltest-Verkauf

Wie Chip berichtet, haben Aldi, Netto und Rossmann bereits den Verkauf von Corona-Schnelltests bestätigt. Schon sehr bald soll es die ersten Schnelltests in den Läden geben. Zunächst sollen Apotheken beliefert werden, anschließend die Einzelhändler. Unter Umständen könnten die ersten Produkte schon heute in den Regalen liegen. 

Schon seit Monaten seien Discounter, Supermärkte und Drogerie-Filialisten mit Herstellern am Verhandeln. Neben Rossmann und dm bringen sich auch Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und weitere Supermärkte und Discounter aktuell in Position. Die Schnelltests sollen sowohl für Verbraucher und auch für Großkunden "niedrigschwellig erreichbar" sein. 

Aldi Nord, Aldi Süd und Netto wollen "in Kürze" mit dem Verkauf der Tests starten. Auch Edeka sitzt an dem Vorhaben, macht hierbei aber keine Angabe für einen möglichen Verkaufsbeginn. Lidl prüft aktuell den Verkauf von Schnelltests und kann deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch keine weiteren Angaben zu einem möglichen Verkauf machen.

Corona-Selbsttests für Zuhause: Drei Produkte demnächst in Discountern

Jens Spahn hat der Bevölkerung im Corona-Lockdown wieder mehr Freiheit durch eine Ausweitung der Tests in Aussicht gestellt. Schnell- und Selbsttests würden Schritt für Schritt helfen, "ein Stück mehr Freiheit wiederzuhaben", sagte Spahn am Mittwoch im Bundestag in Berlin.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests erteilt, die man auch ohne Schulung zu Hause machen kann. Schnelltests, die geschultes Personal durchführen muss, sollen voraussichtlich in rund zwei Wochen etwa in Apotheken kostenlos gemacht werden können.

Laien-Selbsttests seien geeignet, wenn jemand für sich Sicherheit haben wolle. Sie könnten perspektivisch aber auch dazu dienen, wieder Besuche von Theatern oder anderen Veranstaltungen zu ermöglichen. "Das ist die Perspektive." Nach der erfolgten Zulassung der ersten drei Selbsttests seien diese nicht sofort überall verfügbar. Er sei aber sehr zuversichtlich, dass Woche für Woche deutlich mehr Tests auf den Markt kommen. Die Schnelltests wiederum seien überall dort die erste Wahl, wo ein durch Dritte dokumentiertes Ergebnis nötig sei - etwa bei Reisen.

Was ist bei Selbsttests zu beachten?

Einen Tupfer in die Nase und dann in eine Flüssigkeit stecken, danach auf eine Kartusche tropfen - 15 Minuten später ist das Ergebnis da. Corona-Heimtests klingen super - sie haben aber auch Tücken. Wie funktionieren sie ganz konkret? Was können sie beitragen zur Bekämpfung der Pandemie? Und wo liegen ihre Grenzen? Politiker, Virologen, Epidemiologen und Hersteller geben Antworten.

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Was ist neu? Antigen-Schnelltests gibt es schon länger. Bisher mussten sie aber von medizinischem Personal durchgeführt werden. Zum 1. Februar hat das Bundesgesundheitsministerium die Medizinprodukte-Abgabeverordnung geändert - und damit den Weg frei gemacht für Selbsttests zu Hause. Am Mittwoch hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun auch Sonderzulassungen für die ersten drei Tests erteilt.

Die Tests für zu Hause sollen bald quasi überall zu kaufen sein - in Apotheken, Supermärkten, im Internet. Wie schnell Anbieter jetzt liefern können, muss sich zeigen - ebenso, wie sich die Nachfrage und die Preise entwickeln. Davon will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch abhängig machen, ob ein Zuschuss oder kostenlose Kontingente infrage kommen. Ob ein Test im Discounter 1,99 Euro oder 8,99 Euro koste, mache da einen Unterschied. Das Ministerium erwartet in den nächsten Wochen weitere Tests verschiedener Art auf dem Markt.

Tests werden "in Kürze" in den Regalen liegen

Hersteller halten sich vorerst bedeckt. Bei Siemens Healthcare heißt es, der Test werde "in Kürze" eingeführt. Im ersten Schritt würden Bestellungen durch Bund und Länder bedient. "Aktuell sind wir in Gesprächen mit pharmazeutischen Großhändlern, sodass der Test dann im Laufe des März zusätzlich verfügbar wird." Technomed rechnet nur noch "mit ein paar Tagen", bis die Tests im Regal stehen, wie CEO Moritz Bubik im ntv-Interview sagte.

Was ist bei Heimtests anders? Die bisher zugelassenen Schnelltests verlangen einen Abstrich mit einem langen Stäbchen tief in der Nase oder im Rachen. Sie sollen nur von geschultem Personal gemacht werden - auch, weil das für viele unangenehm ist. Aber es gibt Alternativen. Derzeit würden verschiedene Varianten der Probenahme erprobt und bewertet, heißt es beim Verband der Diagnostica-Industrie. "Eine Probenahme aus dem vorderen Nasenraum erscheint dem Abstrich aus dem tiefen Nasen-/Rachenraum ebenbürtig. Für Gurgel- oder Spucktests werden Ergebnisse zeitnah erwartet", sagt Geschäftsführer Martin Walger.

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