Eigentlich sollte die Mittagspause beim NSU-Prozess eine Stunde dauern, wie fast immer an den bisher 128 Verhandlungstagen. Doch als es mit der Vernehmung des Zeugen Tino Brandt weitergehen sollte, eines Strippenziehers der Thüringer Neonazi-Szene in den 90er Jahren, da kündigt eine Saalsprecherin eine Verzögerung an. Später wird dann eine weitere Verspätung bekanntgegeben. Und als Richter Manfred Götzl endlich wieder Platz genommen hat, folgt die Überraschung: Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe habe kein Vertrauen mehr in ihre Anwälte.

Während der Mittagspause sei einer der Polizisten aus dem Wachschutz zu ihm gekommen: Zschäpe habe ihn in der Pause angesprochen und gesagt, dass das Vertrauensverhältnis zu den Verteidigern zerrüttet sei, berichtet Götzl. Und dann fragt der Richter die Angeklagte direkt: "Ist das so?" Zum ersten Mal in diesem Verfahren, das seit über einem Jahr