Angesichts der verheerenden Waldbrände schickt Deutschland Feuerwehrkräfte nach Griechenland.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Deutschland habe in der vergangenen Nacht aktiv Hilfe angeboten, die Griechenland inzwischen angenommen habe. «Derzeit bereiten sich Feuerwehrkräfte aus NRW, Hessen sowie das Technische Hilfswerk darauf vor, sich zügig mit Einsatzfahrzeugen nach Griechenland zu begeben, um dort die Waldbrandbekämpfung zu unterstützen.»

Details zu Einsatzort, Abmarschzeitpunkt und Fahrtroute würden derzeit mit Griechenland abgestimmt, hieß es. Deutschland habe zusätzlich angeboten, die Waldbrandbekämpfung mit der Anmietung von geeigneten Hubschraubern mit der erforderlichen Traglast zu unterstützen. Ob der Einsatz der Hubschraubern von Griechenland angefordert werde, sei derzeit noch unklar.

Opposition kritisiert mangelnde Hilfe

Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf Twitter mitteilte, hat das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern mit dem EU-Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahme zwei «Module» für die Brandbekämpfung am Boden vermittelt. Weitere Hilfe sei in Abstimmung. Mit dabei sei die Feuerwehr Bonn mit 52 Einsatzkräften und 17 Fahrzeugen sowie ein Modul aus Hessen mit 164 Kräften und 27 Fahrzeugen. Der Landmarsch dauere rund drei bis vier Tage. Am Sonntag fliege ein Vorauskommando los, um sich vor Ort ein Bild vom Einsatzort in der Nähe von Athen zu machen.

Oppositionsparteien im Bundestag hatten kritisiert, dass Deutschland angesichts zahlreicher Waldbrände bisher keine Hilfe nach Griechenland geschickt hat. Zahlreiche EU- und andere europäische Staaten hatten bereits etwa Löschhubschrauber für den Kampf gegen die Flammen nach Griechenland geschickt.

«Die Bundesregierung sollte sich an Hilfsmaßnahmen für Griechenland im Rahmen der aktuell freien Kapazitäten beteiligen», hatte Franziska Brantner, Grünen-Sprecherin für Europapolitik, der dpa gesagt. «Außerdem fordern wir Grüne schon lange, dass die Bundesregierung ein Löschflugzeug anschafft für Deutschland, aber auch für europäische Solidarität.»

«Wir müssen mittelfristig den europäischen Katastrophenschutzmechanismus stärken und an der Klimakrise und ihren Auswirkungen ausrichten», so Brantner. In der Zwischenzeit könnten auch deutsche Löschhubschrauber helfen.

«Gefahr auch in Mitteleuropa präsent»

Der forstwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busen, hatte der dpa gesagt, die Bundesregierung hätte sich längst aktiv an der Erweiterung der europäischen Löschflugzeugflotte beteiligen müssen. «Die aktuell am europäischen Mittelmeer und in der Türkei wütenden Waldbrände haben bereits verheerende Ausmaße angenommen. Die enorme Trockenheit der letzten Jahre zeigt, dass diese Gefahr auch in Mitteleuropa präsent ist und größere Waldbrandszenarien auch in Deutschland durchaus realistisch sind.» Deutschland sollte schnell auch eigene Löschflugzeuge anschaffen.

«Bei Naturkatastrophen wie derartig großen Waldbränden ist europäische Schlagkräftigkeit und gemeinsames Engagement gefragt, weshalb wir die bereits an der europäischen Löschflugzeugflotte beteiligten sechs anderen EU-Staaten nicht alleine lassen dürfen», so Busen. «Zur Bekämpfung großer Feuer brauchen wir außerdem nicht nur viele, sondern auch große Löschflugzeuge - zum Beispiel umgebaute Jumbojets. Zudem ist Deutschland wegen der zentralen Lage in Europa als Stützpunkt für eine Flotte von Löschflugzeugen bestens geeignet.»

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