In den Zahlen spiegelt sich auch die Bankenkrise wider. Denn mit Gründung von «Bad Banks», in die angeschlagene Geldhäuser massiv Risiken ausgelagert haben, erwarb der Staat auch Wertpapiere im dreistelligen Milliarden-Volumen - wenngleich oft von zweifelhaftem Wert. Darunter waren zum Beispiel viele griechische Staatsanleihen.

Knapp 155 Milliarden Euro des Finanzvermögens waren Bargeld und Einlagen. Das Volumen vergebener Kredite belief sich auf gut 155 Milliarden Euro. Sonstige Forderungen lagen bei 72 Milliarden Euro.

Auf den Bund entfiel mehr als die Hälfte des Finanzvermögens (54,6 Prozent). Den geringsten Anteil hatten Gemeinden mit 9,8 Prozent oder 55 Milliarden Euro. Die Länder kamen auf 129 Milliarden (23,0 Prozent) und die Sozialversicherung auf 71 Milliarden Euro (12,6 Prozent).

In welchen Wertpapieren das Finanzvermögen steckte, schlüsselten die Statistiker nicht auf. Ein Teil dürfte aus Staatsanleihen bestehen - darunter auch von Euro-Krisenstaaten.

So stieß die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) im Oktober 2010 Wertpapiere und Kredite im Umfang von rund 173 Milliarden Euro als Altlasten in eine Bad Bank» ab. Es gibt zudem eine staatliche «Bad Bank» für die WestLB, in die ebenfalls Risikopapiere im Milliardenvolumen ausgelagert wurden.

Beide «Bad Banks» haben sich am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligt. Wegen der Griechenland-Umschuldung hat der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin 2011 Milliarden verloren. Den Schulden steht aber auch Vermögen gegenüber, das die «Bad Banks» in den nächsten Jahren veräußern sollen. Ob dies realisierbar ist und auch in der Höhe des aktuellen Buchwerts, wird sich zeigen.

Die Statistik über das öffentliche Finanzvermögen ist neben der Schuldenstatistik eine wichtige Information über die Lage der Staatskassen. Vergleichszahlen zu 2009 legten die Statistiker nicht vor und begründeten dies auch mit methodischen Änderungen.