Hannover
Feiertage

Reformationstag wird gesetzlicher Feiertag - jetzt schon in 8 Bundesländern

Ab sofort gilt der Reformationstag - der 31. Oktober - auch in Niedersachsen als gesetzlicher Feiertag. Damit ist Niedersachsen das achte Bundesland, das den Luther-Tag zum Feiertag erklärt.Wer hat noch frei?
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Das Wort "frei" steht in einem Taschenkalender am 31. Oktober 2017. Am 19.06.2018 kam der niedersächsische Landtag zusammen, um über den Reformationstag als neuen Feiertag abzustimmen. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
Das Wort "frei" steht in einem Taschenkalender am 31. Oktober 2017. Am 19.06.2018 kam der niedersächsische Landtag zusammen, um über den Reformationstag als neuen Feiertag abzustimmen. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Reformationstag am 31. Oktober ist nun auch ein gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat der Landtag in Hannover  mit 100 Ja-Stimmen bei 20 Gegenstimmen und 17 Enthaltungen verabschiedet. Während die Mehrheit der Abgeordneten von SPD und CDU sowie die AfD-Fraktion für den Vorschlag stimmten, war die FDP dagegen. Alle grünen Abgeordneten enthielten sich der Stimme. Der 31. Oktober soll noch in diesem Jahr als arbeitsfreier Feiertag begangen werden.

Gesetzlicher Feiertag: Niedersachsen macht 31. Oktober zu arbeitsfreiem Tag

Niedersachsen folgt damit dem Beispiel Schleswig-Holsteins und Hamburgs, die den von den evangelischen Christen begangenen Reformationstag schon vor wenigen Monaten zum gesetzlichen Feiertag gemacht haben. Bislang war er dies nur in den ostdeutschen Ländern Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Bremer Bürgerschaft will an diesem Donnerstag entscheiden, ob sie nachzieht. Im vergangenen Jahr war der 31. Oktober wegen der Jubiläums 500 Jahre Reformation einmalig ein bundesweiter Feiertag gewesen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte im vergangenen Herbst im Landtagswahlkampf den Vorschlag für den neuen Feiertag gemacht. Er argumentierte, dies sei vertretbar, weil die südlichen Bundesländer mehr Feiertage hätten als der Norden. "Der Reformationstag ist derjenige, der am breitesten in der Gesellschaft verankert ist", sagte er am Dienstag.

An dem Ansinnen der Landesregierung hatte es Kritik von verschiedenen Seiten gegeben. So verwiesen Vertreter der jüdischen Gemeinden auf antisemitische Schriften Martin Luthers. Die katholische Kirche verbindet das Datum der Reformation mit der Kirchenspaltung und plädierte - ähnlich wie die jüdischen Gemeinden - für den Buß- und Bettag als weiteren gesetzlichen Feiertag.


31. Oktober: Warum der Reformationstag in Bayern nur 2017 ein Feiertag ist