• Die 3G-Regel kommt ab dem 23. August auch nach Deutschland
  • Italien, Frankreich und Österreich haben bereits den Grünen Pass (Greenpass) oder Pass Sanitaire
  • Die Auswirkungen können heftig sein - was erwartet uns in Deutschland?

Bereits in wenigen Tagen, spätestens am 23. August, soll die 3G-Regel auch in Deutschland bundesweit in Kraft treten. In Nachbarländern wie Frankreich, Italien oder Österreich existiert die Corona-Maßnahme bereits in ähnlicher Form. Dort zeigt sich, welche Folgen bei Einführung der 3G-Regel auf uns zukommen können. Hier erfährst du, was die 3G-Regel ist und welche Auswirkungen sie anderen Ländern hatte.

Corona-Maßnahme: Was ist die 3G-Regel?

"3G-Regel spätestes ab 23. August" heißt es auf der Internetseite der Bundesregierung.  3G steht in diesem Fall nicht für das Handynetz, sondern für die drei Begriffe: geimpft, genesen und getestet. Die neue Maßnahme sieht vor, dass öffentliche Einrichtungen und Dienste nur noch in Anspruch genommen werden können, sofern die Person einen negativen Schnelltest oder PCR-Test vorweisen kann, geimpft ist oder als genesen zählt. 

Folgende Einrichtungen sind laut Bundesregierung von der 3G-Regeln betroffen:

  • Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Innengastronomie und Beherbergung
  • Veranstaltungen, Feste und Sport in Innenräumen
  • Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen (beispielsweise Friseur)

Ausgenommen von der Regelung sind Kinder bis zum 6. Lebensjahr und Schüler. Solange die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen liegt, können die Länder die 3G-Regel ganz oder teilweise aussetzen. Die neue Maßnahme soll das Coronavirus noch effektiver eindämmen und eine Ausbreitung im Herbst und Winter verhindern. Es steht jedem Bürger weiterhin frei sich impfen zu lassen oder nicht. Ungeimpfte müssen sich im Rahmen der 3G-Regel jedoch häufiger testen lassen. Ab dem 11. Oktober sollen Corona-Bürgertest für Ungeimpfte kostenpflichtig werden. Davon ausgenommen sind Menschen, die nicht geimpft werden können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt, insbesondere Schwangere, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Einen Überblick über die gesamten Neuerungen und Regeln, die auf uns im Herbst zukommen, findest du hier.

3G-Regel in den europäischen Nachbarländern: Diese Folgen kommen auf Deutschland zu

Ein Blick in unsere Nachbarländer zeigt, dass die Folgen der 3G-Regel heftig sein können:

Greenpass in Italien: Wirtschaftlicher Rückgang

In Italien gilt seit dem 6. August die Greenpass-Pflicht. Der "Grüne Pass" ist ein  Zertifikat der Europäischen Union, welches bestätigt, dass der Besitzer mindestens einmal geimpft ist, sich kürzlich von einer Covid-19-Infektion erholt hat oder einen negativen Test vorlegen kann. Ohne den Greenpass dürfen die Innenbereiche von Gastronomie-Betrieben, Museen, Wellness-Zentren, Bäder, Konzerte und Sportveranstaltungen nicht mehr betreten werden. Ab September wird das Zertifikat auch für Lehrkräfte und Studierende sowie für Reisen in Bus, Bahn, Flugzeug und Fähre verpflichtend. 

Die Einführung des Greenpass hatte in Italien große Proteste zur Folge. Beleidigung, Bedrohungen und schlechte Bewertungen gegenüber den Gastronomen, die auf die Notwendigkeit des Zertifikates bestanden, seien laut The Guardien zum italienischen Alltag geworden. Rund 25 Prozent Umsatzeinbußen musste die Gastronomie seit dem Greenpass verkraften. Wie der Greenpass genau funktioniert und genutzt werden kann, erfährst du in diesem ausführlichen Übersichtsartikel.

Pass Sanitaire in Frankreich: Angezündete Impfzelte und Vandalismus

Die französische Bevölkerung zeigte sich beim Start des Pass Sanitaire deutlich aggressiver als die Italiener. Seit dem 9. Juli gelten dort ähnliche Regeln wie in Italien, was genau es mit dem Pass Sanitaire auf sich hat, erfährst du hier. Die Folge waren Angriffe auf mehr als 20 Gesundheitseinrichtungen, Vandalismus, rechtsradikale Parolen. Wie Focus Online berichtet, wurde in Urrugne in den Pyrenäen sogar das Zelt eines provisorischen Impfzentrums angezündet.

Gegen die Ausschreitungen musste mit Polizeigewalt vorgegangen werden. Verstöße gegen die Nachweispflicht werden beim ersten Mal mit 135 Euro geahndet. Bei wiederholtem Verstoßen kann das Bußgeld bis zu 9000 Euro teuer werden. Der Kontrolle des Pass Sanitaire wird teilweise mit bewaffneten Einsatzkräften nachgegangen. Polizisten kontrollieren Besucher vor Cafés und Restaurants.  

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron verteidigt den Pass Sanitaire und den damit verbundenen Polizeieinsatz: "Freiheit beruht immer auf Gegenseitigkeit. Wenn Sie morgen ihren Vater oder ihre Mutter infizieren, dann sind sie Opfer ihrer Freiheit. Dabei haben wir die Möglichkeit uns und andere zu schützen. Was sie fordern, ist nicht Freiheit, sondern Egoismus und Verantwortungslosigkeit." Unter den jungen Leuten in Frankreich entwickelte sich seit der Einführung des Pass Sanitaire außerdem ein gefährlicher Trend: Sie wollen sich absichtlich infizieren lassen - egal auf welchem Wege.

Grüner Pass in Österreich: 3G-Regel wurde sogar verschärft

In Österreich lief die Einführung des Grünen Passes ruhig ab. Die bereits seit Mai geltende 3G-Regel wurde sogar noch weiter verschärft. Ursprünglich sollte der Pass bereits nach der Erstimpfung erhältlich sein. In Österreich wird zukünftig auch eine Zweitimpfung nötig sein, um als "geimpft" zu gelten. 

Doch auch in der Alpenrepublik geht der Grüne Pass nicht spurlos an der Wirtschaft vorbei. Besonders der Tourismus leidet unter der neuen Corona-Regel. Eine Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich geht davon aus, dass die touristischen Einrichtungen nur zur Hälfte ausgelastet sein werden. Eine touristische Wintersaison sei dennoch möglich. 

Welche Folgen die Einführung des 3G-Regel in Deutschland haben wird, werden wir spätestens ab dem 23. August sehen.