«Ab und zu hat man hinterm Haus zusammengesessen und sich über dieses und jenes unterhalten - belanglose Dinge», sagte der Zeuge am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München. «War 'ne liebe, gute Nachbarin.» Zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt habe er hingegen weniger Kontakt gehabt. «Mal guten Tag und guten Weg, und das wars.»

Zschäpe bewohnte mit den beiden anderen mutmaßlichen NSU-Terroristen jahrelang eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im sächsischen Zwickau. Sie habe gesagt, der eine sei ihr Freund, der andere dessen Bruder, berichtete der Zeuge. Sie würden beruflich Autos überführen. Einmal habe sie den Nachbarn, die hinter dem Haus saßen und Fußball guckten, eine große Familienpizza spendiert.

Die Anklage wirft Zschäpe vor, sie habe für die legale Fassade des Trios gesorgt und damit die Anschläge der Neonazi-Terroristen - darunter zehn Morde - ermöglicht. Am Nachmittag sollten noch weitere Nachbarn vernommen werden.