Auto waschen ist derzeit zwecklos. Wer versucht, die gelbe Schicht von Auto, Gartenmöbeln, oder anderen Gegenständen zu waschen, wird schon ein paar Stunden später die gleiche Situation wie vorher vorfinden. Schuld daran ist eine enorme Menge an Fichten-Pollen, wie sie in diesem Jahr in Bayern vorkommt. Vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz tritt das Schauspiel verstärkt auf.

Der gelb-grüne Blütenstaub, der zurzeit durch die Luft wirbelt, ist für Allergiker in der Regel unbedenklich. Auf Fichten-Pollen reagieren nur die Wenigsten. Das bedeutet, die gelben Körnchen sind in dieser Menge für Naturfreunde schön anzusehen - für Menschen mit einem Sauberkeitsfimmel, ein Dorn im Auge.

Mastjahr der Fichte: Klimatisch bedingt so häufig wie nie?

Ein sogenanntes Mastjahr der Fichte ist der Grund für diese außergewöhnlich große Menge an Pollen. Im Normalfall blühen Fichten nur alle sechs Jahre. Eigenartigerweise war bereits im Jahre 2020 eine vergleichbar starke Blüte zu verzeichnen. Forschende aus Deutschland deuten diese häufige Blüte als eine Art Angstreaktion der Bäume auf klimatische Veränderungen und Wassermangel, wie Cornelius Bugl vom Forstamt Regensburg-Schwandorf in einem Interview mit t-online berichtet.

Vermenschlicht formuliert, hat der jeweilige Baum Angst davor zu sterben und deshalb produziert er so viel Pollen und Samen wie möglich, um den Fortbestand der Baumart zu sichern. Das klingt erstmal nach einer guten Sache. Jedoch schwächt diese extreme Blütenbildung die Bäume, sodass sie für Schädlinge wie den Borkenkäfer eine leichte Beute darstellen.

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