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11.000 Euro fürs Rumliegen: NASA und DLR Suchen Probanden für Bettruhe-Studie

Welche Effekte hat das Schlafen bei Schwerelosigkeit auf den Körper? Das wollen DLR und NASA in einer Studie herausfinden. Dazu suchen die Raumfahrtorganisationen 24 Teilnehmer.
 
11.000 Euro fürs Rumliegen: NASA und DLR Suchen Probanden für Bettruhe-Studie.
11.000 Euro fürs Rumliegen: NASA und DLR Suchen Probanden für Bettruhe-Studie. Symbolfoto: 9866112/pixabay

59 Tage wird die Bettruhe-Studie dauern, die das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) im Auftrag der NASA  2021 durchführt.  Davon sind 30 Tage Bettruhe.  Für die Studie werden  derzeit 24 Probanden, zwölf Frauen und zwölf Männer, gesucht, die jeweils eine  Aufwandsentschädigung von 11.000 Euro erwartet.

"Im Weltraum führt der Wegfall der Schwerkraft zu einer Reihe von physiologischen Veränderungen im Körper: durch die verminderte Belastung kommt es zum Abbau von Muskeln und Knochen, außerdem verschieben sich durch die Schwerelosigkeit die Körperflüssigkeiten in Richtung Kopf. Um diese physiologischen Veränderungen im All zu Forschungszwecken auf der Erde zu simulieren, nutzt man das Modell der Bettruhe in 6°-Kopftieflage", heißt es in der Ausschreibung des DLR. 

Körperlicher Zustand der Astronauten im All wird simuliert

Durch die Bettruhe und den damit verbundenen Bewegungsmangel komme es zu einer vergleichbaren Entlastung der unteren Extremitäten.  Dass das gesamte Bett kopfwärts um 6° geneigt ist führt dazu, dass  die Körperflüssigkeiten in das obere Areal des Körpers verschoben werden.  Der Zustand kommt dem der Astronauten im Weltall relativ nahe. Ein Kopfkissen erhalten die Probanden nicht.

Durch die Studie , die von April bis Juni 2021 stattfinden wird,  soll herausgefunden werden, welche vorbeugenden Maßnahmen und Gegenmaßnahmen gegen  die negativen Effekte der Schwerkraft  mindern.  So soll später das Wohlbefinden und die Sicherheit von Astronauten, die sich auf Langzeitmissionen zum Mars oder zum Mond begeben, sichergestellt werden.

Eine Möglichkeit zur Verminderung der negativen Effekte der Schwerkraft sehen die Raumfahrtorganisationen in Unterdruckzylindern (LBNPD, Lower Body Negative Pressure Device) für die untere Körperhälfte. Durch das Anlegen wird, wie der Name bereits erahnen lässt, ein Unterdruck auf die untere Körperhälfte ausgeübt. So sollen die Körperflüssigkeiten von der oberen zurück in die untere Körperhälfte transportiert werden.

Wirksamkeit des Unterdruckzylinders soll überprüft werden

Um zu kontrollieren, wie effektiv der Unterdruckzylinder tatsächlich ist, müssen die Herz-Kreislauf-Funktion, der Gleichgewichtssinn, die Muskelkraft und die  Kognition, also alle Prozesse, die mit dem Wahrnehmen und Kennen zusammenhängen, regelmäßig kontrolliert werden. Auch werden das Blut und die Augen der Probanden regelmäßig untersucht.

Die Probanden der Studie werden in zwei Gruppen unterteilt: "Eine Probandengruppe führt das LBNP-Training durch, dieses findet in der Bettruhephase täglich zweimal drei Stunden statt. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe sitzen in dieser Phase zweimal drei Stunden täglich aufrecht. Experimente und Tests werden von beiden Gruppen gleichermaßen durchgeführt", heißt es auf der Website der DLR.

Die Studie wird in der luft- und raumfahrtmedizinischen Forschungsanlage :envihab des DLR in Köln stattfinden. Nach einer Eingewöhnungsphase von 15 Tagen folgt eine 30-tägige Bettruhe. Danach sind noch 14 Tage für die Erholungsphase eingeplant. "Während der Bettruhephase finden sämtliche Aktivitäten im Liegen statt: Duschen, Essen, „Toilettengang“, Freizeitgestaltung. Die korrekte Körperhaltung wird dabei ständig per Kameraüberwachung kontrolliert", weist die DLR in der Ausschreibung hin. 

Diese Voraussetzungen müssen die Teilnehmer erfüllen

Wer an der Studie teilnehmen möchte, muss folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • gesunde Männer und Frauen zwischen 24 und 55 Jahren
  • Nichtraucher
  • Körpergröße: 153-190 cm
  • BMI: 19-30 kg/m2