Keine Kartenzahlung bei bei Aldi, Edeka, Netto und Co.: Seit dem 24. Mai 2022 konnte in vielen Supermärkten in Deutschland nicht mehr mit Karte gezahlt werden. Der Grund dafür war eine Störung an bestimmten Bezahlterminals, wie der Zahlungsdienstleister Concardis am Freitag (27.05.2022) in Eschborn mitteilte. Einen Tag später war bereits klar: Die Ausfälle bei den Kartenzahlungen könnten noch Tage andauern. Auch am Sonntag (29.05.2022) war demnach noch keine abschließende Lösung in Sicht. Teilweise haben die Märkte die betroffenen Terminals inzwischen durch andere Geräte ausgetauscht. Doch nicht überall ist das bargeldlose Zahlen wieder möglich.

In der vergangenen Woche kam es beispielsweise in Filialen von Aldi Nord, Norma, Edeka, Netto, Rossmann und dm zu Störungen, als Kunden ihren Einkauf mit Karte bezahlen wollten. Die Zahlungsdienstleister Payone und Concardis bestätigten zeitnah, dass es Probleme gebe. Probleme bereitet nun immernoch das Zahlungsgerät H5000 von Verifone. Es ist nach Aussage des Herstellers das am weitesten verbreitete Kartenleseterminal in Deutschland, wie tagesschau.de berichtet.

Kartenzahlung in Supermärkten fällt wegen Störung aus

Das Problem liege also nicht an den EC-Karten selbst, sondern an den Lesegeräten, die die Daten nicht mehr weiterleiten können. Nach Aussage von Verifone ist der Auslöser der Störung eine "Fehlfunktion" der Software.

Nicht nur der Einzelhandel nutzt das Gerät H5000 von Verifone, auch anderweitig ist es im Einsatz: etwa in Restaurants oder Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel Schwimmbädern. Nach Tagesspiegel-Informationen ist auch die Deutsche Bahn betroffen. "Leider kann es aktuell beim Bezahlen per EC- und Kreditkarte in den DB-Reisezentren zu technischen Einschränkungen kommen", bestätigte eine Sprecherin dem Tagesspiegel am Mittwoch (1. Juni 2022). Fahrkarten könnten die Kunden alternativ auf bahn.de, im DB Navigator sowie an den Ticketautomaten buchen.

Bei dm könne inzwischen zwar wieder mit Girokarte bezahlt werden, allerdings gebe es immer noch Einschränkungen bei Kreditkarten, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. 

Wie lange kommt es noch zu Ausfällen beim Bezahlen mit Karte?

Viele betroffene Märkte haben die aktuellen Probleme zum Anlass genommen, das H5000 schon jetzt gegen ein neues Kartenlesegerät auszutauschen. Dies geschah unter anderem bei Aldi Nord und beim zur Edeka-Gruppe gehörenden Discounter Netto. Wie tagesschau.de berichtet, wird das Gerät sowieso nur noch bis Ende 2023 mit Software-Updates versorgt. 

Das Aufspielen der neuen Software sei allerdings zeitaufwändig, weil Spezialisten dafür jedes einzelne Terminal in die Hand nehmen müssen. Die verschiedenen Finanzdienstleister haben zudem begonnen, die Geräte teilweise zu tauschen. Laut Payone soll gibt es ein Online-Formular für die Bedarfsermittlung, das dabei helfen soll, "die entsprechenden Ressourcen für die nächsten Tage und Wochen zu planen".

Dementsprechend heißt es wohl weiterhin abzuwarten: "Bis in jedem einzelnen betroffenen Geschäft ein Techniker war, um das H5000 wieder zum Laufen zu bringen, könnte es noch eine ganze Weile dauern", schreibt tagesschau.de.

Was kann man tun, wenn das Gerät nicht funktioniert?

Kunden weiterhin überall mit Bargeld bezahlen. Außerdem können betroffene Händler auf das lastschriftbasierte Bezahlverfahren mit Karte zurückgreifen. Dabei müssen Kunden beim Bezahlen unterschreiben, statt ihre PIN einzugeben. Dieses Vorgehen war bis vor ein paar Jahren gängiges Vorgehen, welches heute nur noch teilweise genutzt wird.

Generell gilt: Kunden und Kundinnen sollten beim Einkauf auf entsprechende Hinweisschilder oder Durchsagen in Supermärkten achten oder das Personal direkt auf eine mögliche Störung ansprechen, falls sie nicht genügend Bargeld bei sich haben. Anders als in Supermärkten und Discountern nehmen Tankstellen eventuell Pfandgegenstände an, bis die Kosten ausgeglichen werden können. Dazu zählen der Personalausweis, Führerschein oder die Krankenkassenkarte. Auch hier sollten sich Kunden vorab bei den Mitarbeitern erkundigen.

Anbieter alternativer Zahlungsmethoden - wie beispielsweise per QR-Code - sehen sich durch den Vorfall gestärkt. Wie das Beratungsunternehmen ZIIB mitteilte, funktionieren QR-Systeme ganz ohne Terminal-Hardware. Daher könne man hierdurch Umsatzausfälle vermeiden.

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