Erneut explosive Postsendung an bayrische Lebensmittelfirma geschickt: Zum dritten Mal in dieser Woche wurde ein Lebensmittelunternehmen in Deutschland Ziel eines explosiven Pakets. Nachdem es zunächst bei einem Getränkehersteller in Eppelheim sowie in der Zentrale der Discounter-Kette Lidl  in Baden-Württemberg Explosionen kam, wurde eine weitere gefährliche Postsendung in einem Verteilerzentrum in München entdeckt.

Die Sendung war an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert. Das Schweizer Unternehmen hat seinen deutschen Sitz in Pfaffenhofen an der Ilm in Oberbayern.

Update vom 19.02.2021: Auch Babynahrungshersteller Hipp Ziel von Briefbombe

Nach zwei Lebensmittelfirmen im Südwesten ist auch der bayerische Babynahrungshersteller Hipp Ziel einer explosiven Postsendung gewesen. Eine entsprechende Information der Bild-Zeitung wurde der dpa aus Ermittlerkreisen bestätigt.

Die Sendung war in der Nacht zum Donnerstag (18.02.2021) an einem Postverteilzentrum am Münchner Flughafen identifiziert worden und wurde entschärft. Offenbar war sie gemeinsam mit dem Brief und dem Paket für den Getränkehersteller in Eppelheim und die Lidl-Zentrale in Neckarsulm an einer Postannahmestelle abgegeben worden.

In dem Fall um die mysteriösen Briefe und Pakete arbeiten nun mehr als 100 Beamte einer Sonderkommission des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg sowie verschiedener Polizeipräsidien. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Landeskriminalamt mitteilten, werden derzeit sämtliche Tatorte und die entschärften Sendungen auf Spuren untersucht. Zum Motiv liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. "Es ist ein Zusammenhang anzunehmen zwischen diesen drei Päckchen", sagte die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz am Freitag (19.02.2021) in Stuttgart.

Die insgesamt vier Menschen, die durch die Detonationen in Eppelheim und Neckarsulm verletzt wurden, konnten inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen.

Ursprüngliche Meldung vom 18.02.2021: Explosion in Lid-Zentrale - war es eine Briefbombe?

Beim Öffnen eines Briefes ist es in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten gekommen. Ein Mensch wurde mittelschwer verletzt, zwei andere leicht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Rettungskräfte vor Ort hätten rund 100 Mitarbeiter der Firma in Sicherheit gebracht. Spezialisten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg durchsuchten mit Sprengstoffspürhunden das gesamte Gebäude, wie es weiter hieß. Weitere verdächtige Gegenstände seien nicht gefunden worden.

Am Nachmittag war es bei der Öffnung eines Briefes zu der Explosion gekommen, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. "Wir sind tief bestürzt über den Vorfall und wünschen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute und schnelle Genesung", hieß es weiter. Die drei Verletzten seien umgehend medizinisch betreut worden.

Die Polizei sprach von einer größeren Einsatzlage. Das Lidl-Verwaltungsgebäude befindet sich in einem Industriegebiet. Ein Sachschaden kann laut Polizei noch nicht beziffert werden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hieß es zunächst, es sei unklar, ob es sich um eine Brief- oder Paketbombe handelte.

Die Polizei prüfe gleichfalls, ob ein Zusammenhang mit der Verpuffung in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) bestehe. Dabei wurde am Dienstag ein Mitarbeiter verletzt. Er erlitt ein Knalltrauma. Sachschaden entstand nicht. Laut Polizei war für die Verpuffung ein Paket verantwortlich, das der Mann angenommen hatte. Hier war der Hintergrund zunächst auch unklar.