Ein Auto ist am Mittwochvormittag (25. November 2020) bis zum Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin vorgedrungen. Das sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der Fahrer wurde festgenommen und befindet sich nun in Polizeigewahrsam. 

Update vom 26.11.2020, 11.00 Uhr: Soll der Mann in eine psychiatrische Einrichtung?

Nach der mutmaßlichen Attacke eines Autofahrers auf das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin soll über den weiteren Umgang mit dem Täter entschieden werden. Der Mann sei im Polizeigewahrsam, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstagvormittag (26. November 2020). Mit der Staatsanwaltschaft solle geklärt werden, ob eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung angestrebt werde.

Auf dem Auto des 54-jährigen Mannes stand am Mittwoch (25. November 2020) mit weißer Schrift aufgemalt: "Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder" und "Stop der Globalisierungs-Politik". Der Mann war bereits im Februar 2014 mit demselben Auto, ebenfalls mit wirren Botschaften beschrieben, gegen den Zaun des Kanzleramtes gefahren.

Update vom 25.11.2020, 14.00 Uhr: Täter kein Unbekannter

Der 54-jährige Autofahrer, der am Mittwoch (25. November 2020) das Tor des Bundeskanzleramts rammte, hat bereits 2014 an der Berliner Regierungszentrale eine sehr ähnliche Tat begangen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht.

Im Februar 2014 war der damals 48 Jahre alte Mann mit demselben Auto gegen den Zaun des Kanzleramts gefahren. Fotos von dem Vorfall zeigen den Wagen mit einer politischen Beschriftung, die sich gegen den Klimawandel richtete. Auf der anderen Seite des Autos stand eine Liebeserklärung. Auch damals wurde der Mann von der Polizei festgenommen.

54-Jähriger wurde bereits 2014 festgenommen

Nicht bekannt war am Mittwoch zunächst die Motivation des Täters. "Ob es sich um einen psychischen Zustand oder eine andere Motivation handelt, wird aktuell geklärt", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Mittwoch. Es könne auch nur spekuliert werden, "ob es sich um einen symbolischen Akt handelte oder Aufmerksamkeit erregt werden sollte". Der Mann sei mit seinem Auto mit "sehr geringer Geschwindigkeit gefahren, so dass auch nur sehr geringer Sachschaden am Tor und an dem Fahrzeug entstand". Es habe keine Gefährdung für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) oder andere Menschen im Gebäude gegeben.

Der Fahrer werde von der Polizei vernommen, sagte Cablitz. Er habe auch etwas zu seiner Tat gesagt. Dann entscheide die Polizei, wie weiter mit ihm verfahren werde.

Der 54-Jährige wurde am Mittwochmorgen zunächst in einem Krankenwagen behandelt. Von einer leichten Verletzung war die Rede. Der Mann hatte einen Rollstuhl dabei, konnte aber auch gehen.

Die Bundespolizei twitterte: "Die Sicherheitsmaßnahmen am Kanzleramt haben sich bewährt. Für die Bundeskanzlerin, die übrigen Mitglieder der Bundesregierung & die im Kanzleramt Beschäftigten bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung. Die Polizei Berlin hat die Ermittlungen übernommen."

Update vom 25.11.2020, 13.00 Uhr: Fahrer des Autos festgenommen 

Der Autofahrer, der mit seinem Wagen das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gerammt hat, ist ein 54-jähriger Mann. Das twitterte die Berliner Polizei am Mittwoch (25. November 2020). Der Mann sei um kurz nach 10.00 Uhr mit einem Fahrzeug gegen das Tor gefahren. "Sowohl das Tor als auch das Fahrzeug sind leicht beschädigt." Bundespolizisten hätten den Mann sofort festgenommen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das Fahrzeug sei "mit langsamer Geschwindigkeit gegen das Tor des Bundeskanzleramtes gerollt".

Nach dem Bericht eines dpa-Fotografen soll ein Mensch leicht verletzt und im Krankenwagen behandelt worden sein. Der Krankenwagen fuhr erst gegen 12.00 Uhr wieder weg.

Nach Medienberichten fuhr dasselbe Auto bereits vor rund sechs Jahren, im Februar 2014, gegen den Zaun des Kanzleramts. Damals wurde ein 48 Jahre alter Fahrer festgenommen. Fotos von dem Vorfall zeigen den Wagen mit einer politischen Beschriftung, die sich gegen den Klimawandel richtete. Auf der anderen Seite des Autos prangte eine Liebeserklärung.

Erstmeldung vom 25.11.2020, 10.00 Uhr: Auto dringt bis zum Tor des Bundeskanzleramtes vor

Von Verletzten sei zunächst noch nichts bekannt. Unklar seien auch die Hintergründe. Die Polizei ermittle in alle Richtungen.

Auf einem Foto war zu sehen, dass der dunkle Kombi direkt vor dem geschlossenen Tor in einem ansonsten abgesperrten Bereich stand. Die Front des Wagens war aber nicht beschädigt, offenbar war er nicht gegen das Tor gefahren. Die Polizei sperrte den Bereich ab.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Auf die Fahrerseite des Autos hatte jemand eine Beschimpfung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geschrieben. Dort stand: "Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder". Auf der anderen Seite stand: "Stop der Globalisierungs-Politik". Nach dem Bericht eines dpa-Fotografen soll ein Mensch verletzt und im Krankenwagen behandelt worden sein.

Der Vorfall ereignete sich während der laufenden Sitzung des Bundeskabinetts. Dieses tagt in der Regel mittwochs morgens im Kanzleramt. Ob die Aktion womöglich in Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie steht, war zunächst noch unklar. In der vergangenen Woche waren während einer Abstimmung des Bundestages über das Infektionsschutzgesetz Protestkundgebungen in direkter Nähe des Bundestages und vor dem Kanzleramt verboten worden

Der Fahrer wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, wie die Berliner Polizei auf Twitter mitteilte.