In Niedersachsen darf wieder Minigolf gespielt werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg beschlossen. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur hofft der Bundesverband, dass die Regelung nun bald für ganz Deutschland gilt. 

Vergangene Woche hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die coronabedingte Schließung von Anlagen gekippt und diese als besondere Sportanlagen eingeordnet. Minigolf werde ausschließlich im Freien gespielt, argumentierte die Klägerin aus Bad Zwischenahn. Die Spieler könnten den Mindestabstand von 1,50 Metern untereinander ohne weiteres einhalten. Der Senat folgte dieser Argumentation. 

Minigolf-Anlagen in Niedersachsen dürfen nach Gerichtsurteil öffnen

"Viele machen jetzt ihre Anlagen fit", sagte Isabell Raschke-Dejoks, Pressesprecherin des Minigolf-Verbands Bremen/Niedersachsen. "Wir sind auf jeden Fall erleichtert, auch wenn die Saison der Punktspiele und Turniere abgesagt ist. Es gibt nur noch Freizeitturniere", ergänzte die Spielerin aus Diebholz. 

Zudem haben die Betreiber der Minigolf-Anlagen bereits bei Gesundheitsämtern und Kommunen nachgefragt, um zu klären, ob auch ein Kioskverkauf erlaubt ist. Der Minigolf-Platz des VfL Lüneburg hat bereits offen - bisher aber ohne Getränke-, Eis- und Hamburger-Angebot. René Jakubeit, der seit neun Jahren Platzwart der Anlage ist, freut sich trotzdem: "Die Nachricht war spektakulär, ich habe es erst gar nicht geglaubt. Seit Februar habe ich gekärchert, das Moos weggemacht und das Laub auf der 74 Quadratmeter großen Anlage entfernt", berichtet der 44-Jährige. 

In Niedersachsen hat sich bereits herumgesprochen, dass Minigolf erlaubt sei. Dementsprechend füllt sich die Anlage immer mehr. Mehr als zwölf Gruppen oder Familien lässt René Jakubeit aber nicht herein. Im Eingangsbereich herrscht Maskenpflicht, danach können sich die Spieler frei bewegen. Jakubeit selbst ist äußerst vorsichtig, er leidet an einer Nierenkrankheit und wartet auf die zweite Impfung. 

Dürfen Minigolfanlagen bald bundesweit wieder öffnen?

Hobbyspieler Winfried Mannel vergnügt sich bereits auf dem Platz mit seinem Enkel Jorge - dafür müssen die  Eltern den Sechsjährigen nicht in die Kita in Hamburg schicken. "Wir haben zufälligerweise vorbeigeguckt", erzählt der 82-Jährige, der seinen Enkel über Minigolf an den Golfsport heranführen will. 

"Niedersachsen ist das einzige Land, das so ein Urteil hat. Wir werden es nutzen, den Deutschen Olympischen Sportbund in Kenntnis zu setzen und um Unterstützung zu bitten, bundesweit zu öffnen", sagte Achim Braungart Zink, Sprecher des Deutschen Minigolfsport Verbands.  Die Landesverbände sollten zudem Kontakt zu den Landessportbünden aufnehmen. Die Corona-Landesverordnungen würden von den Ordnungsämtern bundesweit unterschiedlich ausgelegt, sagte Braungart Zink. In einigen Kommunen gilt Minigolf als Freizeitanlage, in anderen als Sportbetrieb.