• SPD, Grüne und FDP planen Umstieg auf die sogenannte "Teilwarmmiete"
  • Das Ziel: Schlecht gedämmte Wohnungen sollen saniert werden
  • Doch was steckt dahinter?

Die Teilwarmmiete bedeutet, dass Vermieter ihre Wohnungen beheizt anbieten sollen. Sie sind für eine "Basisversorgung mit Wärme" verantwortlich, wie die FDP in ihrem Wahlprogramm erklärte. Der zusätzliche Verbrauch wird dann wie bisher vom Mieter bezahlt. Die FDP versuchte das Prinzip der Teilwarmmiete bereits als Gesetzesentwurf einzubringen, scheiterte aber am Bauausschuss.

Teilwarmmiete: Das steckt hinter der Miet-Neuerung der Ampel-Parteien

Ziel der Neuerung ist es, dass Vermieter mehr Anreiz haben, schlecht gedämmte Wohnungen oder alte Heizungen zu sanieren. Denn durch die Teilwarmmiete würden derartige Investitionen letztlich nicht nur den Mietern, sondern auch den Vermietern Geld sparen.

Reiner Wild vom Berliner Mieterverein sprach in der Bild von einer Basistemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius während der Heizperiode, die der Vermieter ermöglichen müsste. In Schweden wird die Teilwarmmiete schon seit Jahren genutzt, dort wird beispielsweise eine Temperatur von 20 Grad vorgegeben. Es kann aber auch eine andere Temperatur zwischen Mieter und Vermieter vereinbart werden.

Die positive Wirkung der Teilwarmmiete ist in Schweden deutlich: Gebäude werden energetisch modernisiert und sind dadurch klimafreundlicher. "Seit 2000 hat Schweden 95 Prozent des CO2-Ausstoßes im Gebäudesektor reduziert", sagte Leo Reutter vom Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel der HNA. Auch in dieser Hinsicht wäre die Teilwarmmiete also ein Schritt in die richtige Richtung für Deutschland. Der Koalitionsvertrag sieht außerdem noch weitere Verbesserungen für Mieter vor. Die Mietpreisbremse soll bis 2029 verlängert und herabgesetzt werden. In drei Jahren dürfen die Mieten demnach nur noch um maximal elf Prozent steigen statt den bisherigen 15 Prozent.