Berlin
Gleichberechtigung

Mehrheit der Bürger gegen gleiche Bezahlung auf Kosten des eigenen Gehalts

Gleiches Geld für gleiche Arbeit - klingt gut und würden viele wohl so unterschreiben. Aber nicht, wenn es auf Kosten des eigenen Gehalts geht.
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Eine Mehrheit von 64 Prozent der Bürger in Deutschland würde nicht auf Teile des Gehalts verzichten, damit Kollegen in gleicher Position so viel verdienen wie sie.  Foto: moerschy/Pixabay
Eine Mehrheit von 64 Prozent der Bürger in Deutschland würde nicht auf Teile des Gehalts verzichten, damit Kollegen in gleicher Position so viel verdienen wie sie. Foto: moerschy/Pixabay


Eine Mehrheit von 64 Prozent der Bürger in Deutschland würde nicht auf Teile des Gehalts verzichten, damit Kollegen in gleicher Position so viel verdienen wie sie.

Wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov hervorgeht, gaben nur drei Prozent der Befragten an, dass sie "auf jeden Fall" Abstriche beim Gehalt für eine Gleichberechtigung bei der Bezahlung akzeptieren würden. YouGov fragte zudem, ob sich die Teilnehmer im Vergleich zu anderen Menschen in der Gesellschaft gleichberechtigt fühlen: Dem stimmten 48 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen zu.


Projekt zeigt: Frauen erhalten schlechtere Gehaltsangebote

Wie deutlich die Unterschiede zwischen den Gehältern von Mann und Frau sein können, hat die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mit einem Projekt dokumentiert: In Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Jung von Matt schickten sie Transgender-Persönlichkeiten - einmal verkleidet als Mann, ein anderes Mal als Frau - in Bewerbungsgespräche. Dabei erhielten die Lockvögel als Frauen deutlich schlechtere Gehaltsangebote, wie in einem mit versteckter Kamera gefilmten Video auf Youtube zu sehen ist.



Frauen sind noch weit davon entfernt, gleich behandelt zu werden

So bekam einer der Projektteilnehmer in einem Fall als Mann ein Jahresgehalt von etwa 43.600 Euro angeboten - als Frau lag es dagegen nur bei rund 31.100 Euro. Die Lebensläufe und Qualifikationen waren bei beiden gleich. "Frauen sind noch weit davon entfernt, gleich behandelt zu werden", sagte die Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, Christa Stolle.

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