Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt uns jetzt die Corona-Pandemie auf heftige Art und Weise. Was seitdem zu beobachten ist: Im Frühling/Sommer nehmen die Infektionszahlen ab, im Herbst/Winter steigen sie wieder rapide an. Virologe Hendrik Streeck vertritt die Ansicht, dass es "einen Sommer- und Wintermodus" gebe. Der Virologe betont: "Ich denke schon, dass wir über den Sommer auch damit arbeiten müssen, die Masken in fast allen Bereichen wegzulassen. Denn: Wir müssen uns wieder darauf einstellen, dass im Herbst und Winter die Fallzahlen ansteigen werden."

Dennoch sollte man im Sommer auch mal etwas Entspannung zulassen, sagt Streeck am Donnerstag (24. März 2022) im Interview mit ntv. "Wir können nicht jede Infektion verhindern, so gerne wir das auch wollen." Wenn Menschen geimpft seien, hätten sie ein sehr geringes für einen schweren Verlauf. In den Sommermonaten bestünden zudem geringere Gefahren. 

Braucht es bald eine vierte Impfung für alle? Streeck mit klarer Aussage

Wenn die Zahlen zum Herbst hin wieder ansteigen werden, stellt sich für viele wahrscheinlich die Frage, ob es eine weitere Impfung gegen das Coronavirus braucht. Laut Streeck gibt es mehrere Gründe, warum man sich als Mensch ohne Vorerkrankungen nicht sofort eine vierte Impfdosis verabreichen lassen sollte. 

Menschen über 60 oder 70 Jahren sei eher zu einer vierten Impfung zu raten, weil sie häufiger schlechte Immunantworten machen, so Streeck. "Die Immunantworten sind irgendwann ausgereizt. Man kann nicht noch mehr Immunantworten kreieren, sondern es setzt dann irgendwann so eine Art Gewöhnung vom Immunsystem an den Feind ein."

Laut Streeck könne man sich jetzt vorstellen, Hochrisikopatienten zu einer vierten Impfung zu raten. So wie es auch die Stiko tut. Im Sommer sollte man aber vor allem den Menschen eine Impfung empfehlen, die entweder noch gar nicht geimpft sind oder zu den immunschwachen Personen gehören.