Laden...
Franken
Kommentar

Penetrant und grausam: Warum ich Mandarinen hasse

Weihnachten, Advent und Mandarinen gehören für viele Menschen untrennbar zusammen. Doch für die, für die das nicht so ist, wird diese Zeit zum Spießrutenlauf. Ein Kommentar über die dunkle Seite der Mandarine.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Vorweihnachtszeit essen viele Menschen gerne Mandarinen. Doch für einige, ist vor allem der Geruch alles andere als angenehm. Symbolfoto: unsplash.com/sharonmccutcheon
In der Vorweihnachtszeit essen viele Menschen gerne Mandarinen. Doch für einige, ist vor allem der Geruch alles andere als angenehm. Symbolfoto: unsplash.com/sharonmccutcheon

Die Vorweihnachtszeit ist da und je näher der Nikolaustag kommt, desto mehr kommen sie auf. Wie kleine orangene Ungeheuer türmen sie sich in den Supermärkten, Obstkörben und auf Schreibtischen: Die Rede ist von Mandarinen. Sie sind die intensivsten Vorboten von Weihnachten - dabei kann ich persönlich auf die Früchte auch gut verzichten!

Mandarinen in der Vorweihnachtszeit: Ein grausamer Duft verbreitet sich

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Sobald sich der Dezember nähert, kaufen immer mehr Menschen Mandarinen. Sehen sie noch ganz harmlos aus, wenn sie mit Schale vereint mit Freunden im Netz im Supermarkt liegen, ändern sie ihr Gesicht sobald jemand anfängt, sie von ihrer Schale zu befreien.

Der Duft schlägt ein wie eine Bombe, wobei Duft in meinen Augen der falsche Ausdruck ist. Penetranter Gestank - Entschuldigung an alle Mandarinen-Freunde da draußen - trifft es aus meiner Sicht besser. 100 Meter gegen den Wind kann ich es schon riechen. Die Nackenhaare stellt es mir auf und ich blicke umher, um herauszufinden, wer der Übeltäter dieses Angriffs auf meine Geruchsnerven ist. Am liebsten würde ich Reißaus nehmen. Aber wohin? Um mich herum tauchen sie jetzt überall auf. Egal wo. Im Büro, im Flur und sogar im Zug verteilt sich der Mandarinen-Gestank.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich liebe Weihnachten und die Vorweihnachtszeit: Plätzchen, Glühwein, Weihnachtsmärkte, Kerzen und Lichterketten sind wunderbar. Sie alle verkörpern Weihnachten und die Vorweihnachtszeit. Auch sie strömen alle einen Duft aus, der zehnmal angenehmer ist als der der Mandarinen.

Um Nikolaus herum ist es besonders schlimm. Dann wandert in jeden Sack oder auf jeden Teller mindestens eine Mandarine, die über die kommenden Tage verzehrt werden müssen. Es wäre ja schade, wenn sie verderben würden...

Mandarinen ein Zeichen für Glück und Gesundheit? - Wohl eher nicht

Der Brauch, Mandarinen an Nikolaus zu verschenken, geht zurück auf eine Legende vom Heiligen Nikolaus: Ein Vater konnte seine Töchter nicht verheiraten, weil er zu arm dafür war. Der Heilige Nikolaus warf dann eines Nachts Säcke mit Gold durch den Kamin in die Strümpfe der Töchter, die dort zum Trocknen hingen. Anstatt Gold stecken die Eltern an Nikolaus jetzt Mandarinen in die Strümpfe der Kinder, um ihnen Glück und Gesundheit zu wünschen.

Glück und Gesundheit ist etwas Wichtiges und Gutes. Aber so groß, wie der Konsum von Mandarinen ist, so viel Glück und Gesundheit kann kein Mensch vertragen. Und anscheinend brauchen die Menschen nur um Weihnachten besonders viel Glück und Gesundheit, denn eigentlich gibt es die Früchte ja das ganze Jahr. Gekauft werden sie aber nur im Winter. Komisch eigentlich. Aber auch gut für mich, so beschränkt sich für mich die Zeit, in der ich am liebsten mit Nasenklammer rumlaufen würde, auf wenige Wochen vor Weihnachten.

Verwandte Artikel