Er galt als eine Schlüsselfigur der friedlichen Wende in der DDR. Als Pfarrer hatte Führer im Herbst 1989 die Nikolaikirche für Friedensgebete und Gesprächskreise geöffnet. Das Gotteshaus wurde damit zu einem Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen, die das Ende der DDR einläuteten.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Führer wichtige Persönlichkeit der friedlichen Revolution. «Im Aufstehen gegen das Unrecht sah Ihr Vater einen wesentlichen Auftrag des Evangeliums», schrieb Gauck, der in der DDR selbst als protestantischer Pfarrer gearbeitet hatte, an den Sohn des Verstorbenen. «In seinen Worten: «Nicht Thron und Altar, sondern Straße und Altar sind die Dinge, die zusammengehören.»» Diese Haltung habe Führers Widerstand gegen das DDR-Regime und auch seinen kritischen Blick auf manche Entwicklungen im vereinten Deutschland geprägt.

Der 71-Jährige war schon länger schwer krank und lebte zuletzt sehr zurückgezogen. Vorige Woche wurde ihm zusammen mit Weggefährten des Herbstes 1989 der Deutsche Nationalpreis verliehen. Zur Übergabe des Preises konnte er nicht mehr selbst nach Berlin reisen. Seine Tochter nahm die Auszeichnung für ihn entgegen. Christian Führer war seit 1980 Pfarrer der Kirche St. Nikolai, der größten Kirche in der Stadt Leipzig. 2008 ging er in den Ruhestand. Damals verabschiedete er sich mit einem traditionellen Friedensgebet von seiner Gemeinde.