Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen immer weiter an: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 56,4. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag (23.08.2021) mit. Was Experten besonders Sorge bereitet: Unter den Infizierten sind immer mehr junge Menschen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach befürchtet, dass sich die Corona-Lage an den Schulen zuspitzen könnte.

"Wir müssen in den Schulen das Schlimmste befürchten", so Lauterbach auf Twitter. Es drohen massive Schulausfälle, da die Inzidenz unter den Ungeimpften so schnell steige. Lauterbach halte daher Impfaktionen an Schulen für sinnvoll - zum Schutz geimpfter wie auch ungeimpfter Kinder. Das bayerische Gesundheitsministerium hat beispielsweise bereits angekündigt, nach den Sommerferien Impfangebote an die Schulen im Freistaat zu bringen.

Lauterbach befürchtet "massive Schulausfälle" wegen Corona-Infektionen

Die RKI-Zahlen zeigen währenddessen immer deutlicher, wie hoch das Risiko für Ungeimpfte weiterhin ist. Laut RKI entfällt der bei weitem größte Teil der Infektionen seit Monaten auf nicht geimpfte Menschen. Nur ein geringer Anteil der hospitalisierten oder auf Intensivstation betreuten Covid-19-Fälle geht demnach auf Impfdurchbrüche zurück. Laut dem aktuellen Lagebericht gab es in den vergangenen vier Wochen 309 Corona-Patienten auf den Intensivstationen, nur 17 davon waren wahrscheinlich sogenannte Impfdurchbrecher.

Seit Anfang Februar starb in Deutschland dem RKI nach erst eine einzige voll immunisierte Person im Alter von unter 60 Jahren nach einem wahrscheinlichen Impfdurchbruch an den Folgen von Corona. Der "Spiegel" berichtete zuerst darüber.

Ab 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche sei wieder "eine erhebliche Belastung der Intensivstationen" mit mehr als 3000 Intensiv-Patienten zeitgleich zu erwarten, sofern die Impfquote nicht deutlich gesteigert werde, heißt es in einer vergangene Woche vorgestellten Analyse mehrerer deutscher Mediziner.

"Impfung bedeutet nicht nur Schutz vor schwerem Verlauf, sondern auch Wertschätzung für das stark belastete Personal", schreibt Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) auf Twitter mit Blick auf den RKI-Bericht. 58,8 Prozent der Menschen in Deutschland haben derzeit vollen Impfschutz gegen Corona. 63,9 Prozent haben mindestens eine Impfdosis.