Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will hart um das Kanzleramt kämpfen. «Ich will der nächste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden», rief der Unions-Kanzlerkandidat bei der Landesvertreterversammlung der CDU NRW in Düsseldorf.

Die NRW-CDU kürte Laschet am Samstagmittag offiziell zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. Mit 232 Ja-Stimmen wurde er auf Platz eins der Landesliste gewählt. Zwei Delegierte stimmten mit Nein.

Der größte CDU-Landesverband kam erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder zu einer Präsenzversammlung in einem Hotel in Düsseldorf zusammen. Die Delegierten wollten über die gesamte Landesliste mit 75 Kandidatinnen und Kandidaten final abstimmen.

«Werde das nur schaffen, wenn wir Geschlossenheit aufbringen»

«Ich werde das nur schaffen, wenn wir Geschlossenheit aufbringen», sagte der CDU-Bundesvorsitzende im Hinblick auf seine Ambitionen aufs Kanzleramt. Der politische Wettbewerber müsse wissen, mit wem er es zu tun habe. Er werde mit aller Kraft dafür kämpfen, dass Deutschland auch nach Kanzlerin Angela Merkel gut geführt werde.

Wenn er Kanzler werde, dann stelle NRW erstmals seit Konrad Adenauer wieder den Bundeskanzler, sagte Laschet. Er stehe «mit großem Respekt vor dieser Kandidatur». «Der nächste Bundeskanzler muss ein Kanzler sein, der für Ost und West und Nord und Süd Kanzler ist.» Aber er müsse auch wissen, wo er herkomme, was ihn geprägt habe und welche Menschen ihn auf seinem Weg begleitet hätten.

Laschet kritisiert Spritpreis-Debatte

Den Grünen warf Laschet im Kampf um den Klimaschutz ein «kleinkariertes Gucken auf Verbote» vor. Die CDU kämpfe für das «große Projekt des klimaneutralen Deutschlands», sagte er in Düsseldorf. Die Diskussion, ob «Spritpreise so oder so» sein müssten oder innerdeutscher Flugverkehr eingeschränkt werden müsse, sei kleinteilig. Es müssten Anreize für Investitionen in klimaneutrale Produktion gesetzt werden.

Die CDU wolle nicht mit «Verboten, Verzicht und Verlust» Politik machen, sondern mit «Innovation, Impulsen und Ideen». Dazu gehöre etwa auch eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung. Man dürfe auch nicht glauben, dass Politik mit Verordnungen jedes Detail der Wirtschaft steuern könne, sagte Laschet.

Klare Abgrenzung von der AfD

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rief Laschet zudem zur Wahl des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) auf. «Der, der nicht will, dass in einem deutschen Bundesland (...) die AfD stärkste Partei wird, hat nur eine Alternative: Reiner Haseloff und die CDU wählen», sagte der NRW-Ministerpräsident.

Zugleich grenzte Laschet die CDU erneut scharf von der AfD ab. «Unsere Haltung ist klar: Wir verhandeln nicht mit der AfD, wir kooperieren nicht mit der AfD, wir koalieren nicht mit der AfD, und wir werden sie bekämpfen.» Der «beste Garant» dafür sei Haseloff.

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