Nachdem am Montag eine 24-jährige Polizeianwärterin und ein 29-jähriger Oberkommissar von Wilderern bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle nahe Kusel erschossen wurden, sitzt der Schock nicht nur in Rheinland-Pfalz tief. Aus ganz Deutschland erreichen die Familien, Angehörigen und Kolleg*innen Anteilnahme. 

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte aufgrund der Ereignisse als sichtbares Zeichen der Trauer im Einvernehmen mit dem Innenminister Roger Lewentz (SPD) Trauerbeflaggung (halbmast) im Land angeordnet. Für alle Streifenwagen des Landes ist Trauerflor vorgesehen. 

Nach Polizistenmord: Beileidsbekundigungen aus der Landespolitik

Dreyer und Lewentz haben sich "zutiefst schockiert" über die tödlichen Schüsse auf eine Polizistin und einen Polizisten gezeigt. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen", heißt es in einer Mitteilung der beiden SPD-Politiker in Mainz. "Die Tat ist entsetzlich. Es bestürzt uns sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben." Auch Lewentz äußerte sich schockiert: "Als zuständiger Innenminister und oberster Dienstherr unserer Polizei und als Vater von vier Kindern im Alter der mit größter Brutalität ermordeten zwei jungen Polizeibeamten bin ich sehr erschüttert."

Das Team des Oppositionsführers und Kandidaten für den CDU-Landesvorsitz, Christian Baldauf, hat "zutiefst erschüttert" reagiert. "Unsere Gedanken sind bei den getöteten Polizisten, ihren Angehörigen sowie Kolleginnen und Kollegen", heißt es in einer Mitteilung. Eine für Montag in Mainz geplante Pressekonferenz zur Vorstellung von Baldaufs Team wurde abgesagt. "Es ist an einem solchen Tag und unter diesen Eindrücken nicht der Zeitpunkt, um über Parteipolitik zu sprechen."

Bundesverkehrsminister Volker Wissing und seine Mainzer Amtskollegin Daniela Schmitt (beide FDP) haben sich schockiert über die tödlichen Schüsse auf eine Polizistin und einen Polizisten in Rheinland-Pfalz gezeigt. Wissing schrieb auf Twitter: "Eine Tat, die erschüttert und fassungslos macht. Mit meinen Gedanken, meiner Trauer und meinem Mitgefühl bin ich bei den Opfern, deren Angehörigen und Freunden sowie ihren Kolleginnen und Kollegen ...". Schmitt äußerte sich ähnlich auf Twitter und sprach von einer "unfassbaren und grausamen Tat".

Landtagsfraktionen zeigen sich zutiefst erschüttert

 "Sie haben ihr Leben für unsere Sicherheit gegeben", betonte der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering. "Wir schulden ihnen unsere Dankbarkeit und unseren Respekt sowie die Aufklärung dieser unvorstellbaren und erschütternden Tat."

Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag zeigen sich tief erschüttert. Fraktionschef Bernhard Braun sprach von einer "grausamen Tat": "Zwei junge Menschen haben in der vergangenen Nacht auf tragische Art und Weise ihr Leben verloren, während sie im Dienst der Gesellschaft, im Dienst für uns alle, ihren Beruf ausgeübt haben", teilte er mit. Die Fraktion trauere mit Angehörigen, Freunden und Kollegen der beiden Getöteten.

Auch die AfD im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich schockiert gezeigt; "Eine solche Tat, bei der die Einsatz- und Sicherheitskräfte mit Schusswaffen angegriffen werden und deren Tod beabsichtigt oder billigend in Kauf genommen wird, stellt auch gleichzeitig einen Angriff auf uns alle und unseren Rechtsstaat dar", teilte der 1. stellvertretende Fraktionschef Jan Bollinger mit. Die Fraktion sprach den Familien, Freunden und Kollegen der Getöteten ihre Anteilnahme aus.

Landespolizei steht unter Schock

Auch die Polizei Rheinland-Pfalz zeigt ihre Trauer mit den getöteten Polizist*innen: "In Gedenken an unsere Kollegin und unseren Kollegen, die in der Nacht zum Montag im Landkreis Kusel durch Schüsse tödlich verletzt wurden. Wir sind zutiefst geschockt und trauern mit der Familie und allen Angehörigen", heißt es auf der Facebook-Seite.

Die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz waren laut der Beauftragten für die Landespolizei Barbara Schleicher-Rothmund ein "Angriff auf den Staat als Ganzes". Sie sei fassungslos, sprachlos und auch wütend. "Dass zwei junge Menschen, die ihren Dienst für die Sicherheit von uns allen verrichtet haben, getötet wurden, macht mich unfassbar traurig." 

Bundesinnenministerin Faeser: "Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung"

Mit großer Bestürzung hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser reagiert. "Unabhängig davon, welches Motiv der Tat zugrunde liegt: Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung, und sie zeigt, dass Polizistinnen und Polizisten jeden Tag ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren", sagte die SPD-Politikerin am Montag. "Meine Gedanken sind bei den Familien, Freunden und Kollegen der Opfer. Wir werden alles tun, um die Täter dingfest zu machen."

Auch die ehemalige Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) äußerte sich zutiefst entsetzt. "Die Tat schockiert. Zwei Polizisten sind erschossen worden, die ihre Arbeit machten. Zwei Beamte, die für unsere Sicherheit da waren, die nun selbst Opfer unfassbarer Gewalt geworden sind." Auch sie sprach Angehörigen und Kolleg*innen ihre Anteilnahme aus.

Anteilnahme auch aus der Bundespolitik

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Angehörigen der beiden in der Pfalz erschossenen Polizisten sein Beileid ausgesprochen. Was in Kusel passiert sei, bedrücke ihn sehr, schrieb Scholz am Montagabend auf Twitter. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der beiden jungen Opfer." Er denke auch an die vielen Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag ihr Leben riskieren, um Bürger zu schützen. "Wir müssen die Hintergründe der Tat schnell aufklären", schrieb Scholz weiter.

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz sprach den Familien und den Kolleg*innen der Getöteten sein Beileid und sein Mitgefühl aus. Er wolle dies mit einem Wort des Dankes an die Polizei verbinden, sagte Merz: "Sie tun jeden Tag für unser Land, für diese Gesellschaft, für die Menschen in Deutschland Ihren Dienst. Und wie wir in solchen Augenblicken feststellen müssen, ist dieser Dienst nicht ohne Gefahr. Herzlichen Dank dafür, dass Sie auch an einem so schweren Tag wie heute Ihre Arbeit tun."

Der designierte Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour hat die gewaltsame Tat als "extrem bedrückend" bezeichnet. Polizisten leisteten ihren Dienst für das Allgemeinwohl und arbeiteten gerade in der Pandemie "Millionen Stunden und Überstunden", sagte Nouripour. "Wenn sie bei Verkehrskontrollen so unter Lebensgefahr sind, ist das eine ganz, ganz schwierige Angelegenheit, und wir werden hoffentlich sehr schnell Erkenntnisse haben." Den Hinterbliebenen drückten er und die designierte Co-Parteichefin Ricarda Lang ihr Mitgefühl aus. "Ich glaube, wir sind alle bei ihnen und wissen, dass ihr Verlust unser aller Verlust ist", so Nouripour.

Trauerflor auch in anderen Bundesländern

Auch der hessische Landtag hat den beiden Opfern gedacht. Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) sprach am Dienstag im Parlament in Wiesbaden von feigen Morden. Das kaltblütige und heimtückische Verbrechen mache fassungslos.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) twitterte: "Wir trauern um die Polizistin und den Polizisten in Rheinland-Pfalz, die feige im Dienst ermordet wurden!" Innenminister Georg Maier (SPD) sprach auf Twitter von einer "hinterhältigen Tat", die fassungslos mache. "Wir alle hoffen auf einen schnellen Fahndungserfolg", twitterte Maier. Ähnlich äußerte sich die Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Sie dankte zudem allen Polizisten, die täglich mit vollem Einsatz ihren Dienst tun.

In Mecklenburg-Vorpommern ordnete Landesinnenminister Christian Pegel (SPD) Trauerflor bei Polizist*innen an. Den Angaben zufolge werden sich sowohl Streifenwagen und Streifenboote der Landespolizei wie auch die Social-Media-Kanäle von Polizei und Ministerium beteiligen. Auch in Nordrhein-Westfalen tragen die Polizeifahrzeuge Trauerflor. Sowohl NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) als auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigten sich "erschüttert" und sprachen ihr Beileid aus.

Auch in Oberfranken ist die Anteilnahme an den zwei getöteten Polizisten groß. Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenfels erinnert mit ihrer Botschaft an eine Sache, die ihr besonders wichtig ist: "In der Uniform stecken Väter, Mütter, Kinder, Geschwister, Freund*innen - MENSCHEN!"

Redaktion mit dpa