Laden...
Hamburg
Sauberkeit

Unterschätzte Keimschleudern: So kriegen Sie Display und Tastatur richtig sauber

Nach einiger Zeit finden sich in Tastaturen, PC-Gehäusen oder auf Monitoren lästige Krümel, Staub und Fingerabdrücke. Diese lästigen Verschmutzungen sind nur schwer wieder loszuwerden wenn sie sich in Ritzen und Spalten verstecken. Wie also wird man diese schnell und einfach wieder los?
Artikel drucken Artikel einbetten
Lästige Verunreinigungen an Nutzeroberflächen lassen sich durch eine bestimmte Reinigung gut entfernen. Symbolbild: John Schnobrich / Unsplash
Lästige Verunreinigungen an Nutzeroberflächen lassen sich durch eine bestimmte Reinigung gut entfernen. Symbolbild: John Schnobrich / Unsplash

Das Essen vor dem Bildschirm oder ungewaschene Hände lassen Nutzeroberflächen von Computern oder Tastaturen schnell verunreinigen. Das sieht nicht schön aus und ist dazu noch unhygienisch. Deshalb sollte man ab und zu die Zeit für eine kleine Reinigung finden.

Zunächst können sie die Tastatur vorsichtig ausklopfen. So fallen viele Krümel heraus. Zur Feinarbeit eignet sich ein weicher Pinsel, um tiefer zwischen die Tasten zu kommen. Druckluft-Spraydosen blasen Staub aus den Ritzen. Der Staubsauger bleibt dagegen lieber im Haushaltsschrank. "Die sind in der Regel viel zu stark und könnten die Tasten lösen oder die Kontakte beschädigen", erläutert Rainer Schuldt von der Zeitschrift "Computer Bild".

Die Tastatur im Waschgang

Verkrustungen, oberflächliche Vergilbungen und Hautschüppchen entfernt ein feuchtes Allzwecktuch meist gut. Im Handel gibt es spezielle Knete, die man auf die Tastatur drückt, um sie zu reinigen und zu desinfizieren. Die Mittel stoßen jedoch bei stark verdreckten Tastaturen an ihre Grenzen. Diese werden damit nicht sauber, sagt Ulrike Kuhlmann vom Computermagazin "c't".

Die Tasten mechanischer Tastaturen lassen sich abnehmen und im Besteckkorb der Spülmaschine reinigen, wie Andrea Hentschel von der Fachzeitschrift "Chip" erklärt. Dazu den Korb verschließen, am besten mit einem Stück Draht oder einer Büroklammer, damit die Tasten beim Spülgang nicht in der Maschine umherfliegen. "Bei den meisten Tastaturen steckt die Elektronik auf einer dünnen Matte", so Hentschel. Wenn die sich lösen lasse, könne man sogar das komplette Gehäuse - ohne Matte - in die Spülmaschine stellen.

Als Alternative taugt ein schleuderfreier Waschmaschinengang bei 30 Grad, aber nicht mit färbender Wäsche. Die Tasten sind in einem Wäschebeutel. Nach der Reinigung auf einem Küchenpapier trocknen, damit die Feuchtigkeit aufgesaugt wird. Wichtig für das Puzzle-Spiel nach dem Waschgang: Vorher ein Foto von der Tastatur machen, damit die sauberen Tasten wieder am richtigen Platz landen.

Luft, Lappen, Spüli - Das hilft sicher

Spezielle Lappen für Monitore und Displays sind ebenso wie Spezialreiniger recht teuer - und eigentlich verzichtbar. Ein normales, fusselfreies reicht auch, um Schlieren, Staub und Fingerabdrücke zu entfernen. "Keine Papiertücher nehmen, weil darin oft Holz enthalten ist, was die Bildschirme zerkratzt", rät Kuhlmann. Auf gar keinen Fall sollte man ein Schwamm oder Tuch mit rauer Oberfläche verwenden, erklärt Hentschel. "Bei Folien und Kunststoff, wie sie für Displays verwendet werden, richtet das nur Schaden an."

Kuhlmann empfiehlt warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Darin den Lappen tauchen und sehr gut auswringen. " Es darf keine Feuchtigkeit zwischen Rand und Display laufen." Vorsichtig über das Display fahren, ohne fest aufzudrücken. Dann wischen sie mit einem Lappen nach, der in klares Wasser getränkt und gut ausgewrungen wurde. Und ein weiteres Mal mit einem trockenen Lappen. Wichtig: Immer von außen nach innen vorgehen. Sonst schiebt man den Staub unter den Rand des Bildschirms.

Alkoholhaltige Putzmittel vertragen Bildschirme nicht. "Der Alkohol kann Kunststoff angreifen", sagt Hentschel. Aggressive Chemie ist gerade bei Displays fehl am Platz, wie Schuldt erläutert. " Meist sind hier Schutzfilme aufgetragen, die beschädigt werden könnten." Wer unterwegs etwa seinen Laptop-Bildschirm oder sein Smartphone-Display saubermachen möchte, kann einfach ein feuchtes Brillenputztuch ohne Alkohol nutzen.

Kleine Werkzeuge aus dem Alltag gegen den Dreck

Smartphones verschwinden häufig in Taschen. Entsprechend setzt sich in den Anschlüssen leicht Staub ab, der zum Beispiel mit jedem Aufladen durch das Hineinschieben des Kabels mehr verdichtet wird. Hentschel rät, mit einem Holzzahnstocher vorsichtig in die Buchse zu stechen und so den Dreck zu lösen. Aber nicht mit roher Gewalt vorgehen - der Zahnstocher darf nicht abbrechen. Das Gerät sollte man vorher abschalten. Eine feine Pinzette ist Kuhlmann zufolge ebenfalls als Werkzeug geeignet.

Wie bei der Tastatur kann Druckluftspray helfen, den Staub aus den Buchsen zu bekommen. Wichtig ist, dass man reine Druckluft verwendet. Es sollten keine Kontaktmittel enthalten sein. Kuhlmann rät, eher von der Seite zu pusten um den Staub nicht weiter hineinzudrücken.

Lüfter wiederum sind bei Notebook oder Tower-PC Einfallstore für Staub. Druckluftspray oder ein Pinsel entfernen hier den gröbsten Dreck. Oder man greift zum Staubsauger. Gerade wenn man das Gehäuse aufgeschraubt hat und das Innere abgesaugt, sollte das Gerät aber nur auf niedrigster Stufe laufen. Um keine Schäden zu riskieren, sind Lüfter beim Absaugen lieber fixiert, rät Hentschel, sodass sie nicht drehen können.