Die Krankenkassenbeiträge sollen trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation in Deutschland weiter erhöht werden. Das geht aus einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums unter der Leitung von Jens Spahn (CDU) hervor. Über dieses Konzept hatten zuerst die das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. 

Ab 2021 sollen für Versicherte die durchschnittlichen Zusatzbeiträge der Krankenkassen um 0,2 Punkte auf dann 1,3 Prozent erhöht werden. Mit der Anhebung, die drei Milliarden Euro in die Kassen spülen würde, soll das für das kommende Jahr erwartete finanzielle Defizit der Krankenkassen von 16 Milliarden Euro gedeckt werden. Zusätzliche acht Milliarden Euro sollen die Krankenkassen aus ihren Reserven aufbringen.

Milliardenschwere Förderung und höhere Krankenkassenbeiträge

Ergänzend dazu, so heißt es in dem Konzept, steht ein Bundeszuschuss in Höhe von fünf Milliarden Euro im Raum. Damit steigt der Bundeszuschuss auf dann 19,5 Milliarden Euro. Das Geld soll allen Krankenkassen zur Verfügung stehen.

"Im Ergebnis bleibt der Gesamtsozialversicherungsbeitrag im Jahr 2021 mit 39,95 Prozent unterhalb der 40 Prozent-Marke", heißt es. „Dieses Maßnahmenpaket stellt sicher, dass die von den Regierungsparteien beschlossene ‚Sozialgarantie 2021‘ eingehalten werden kann“, schildert das Finanz- und das Gesundheitsministerium. Sie geben an, dass das im Rahmen des Konjunkturpaketes zugesagte Konzept der Sozialgarantie von „maximal 40 Prozent“ eingehalten werde.

Eine Ausnahme gebe es dennoch, und zwar für Kinderlose: Diese müssen 0,25 Prozentpunkte zusätzlich in die Pflegeversicherung einzahlen. Damit überschreiten sie im Jahr 2021 die 40-Prozent Marke und müssen 40,2 Prozent bezahlen.

Krankenkassenbeitragserhöhung: Die Kassen entscheiden selbst

Wie genau die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge aussehen soll, legen jedoch die Kassen selbst fest. Es ist möglich, dass sie vom Schnitt abweichen.