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Drosophila suzukii

Kirschessigfliege breitet sich rasant aus: Wie gefährlich ist der Schädling?

Die schädliche Kirschessigfliege breitet sich immer weiter in Bayern aus. Für Obst- und Weinbauern ist das keine gute Nachricht.
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Schädling auf dem Vormarsch: Die Kirschessigfliege breitet sich weiter aus. Wein- und Obstbauern in Bayern müssen sich dieses Jahr auf besonders viele Schädlinge einstellen. Doch auch ganze Ernten von Rucola, Pak Choi und Kohlrabi müssen dieses Jahr ausfallen, denn der Kohlerdfloh, ein winziger Schädling, hat sich in Franken ausgebreitet.

"Es wird ein gutes Jahr für die Kirschessigfliege", sagte Beate Wende von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) der Deutschen Presse-Agentur. Der Schädling aus Asien mag unbeständiges Wetter und Temperaturen zwischen 25 und 27 Grad, so die Wissenschaftlerin, die verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten der Kirschessigfliege testet. "Die vergangenen Tage waren ideal für die Vermehrung", sagte Wende.

Kirschessigfliege: Weibchen legt Eier in rote Früchte

Die weibliche Kirschessigfliege mag aber nicht nur Kirschen, wie es der Name vermuten lassen würde. Sie legt ihre Eier bevorzugt in allerlei reife - vor allem rote - Früchte. Neben Kirschen sind das beispielsweise Himbeeren, Brombeeren und rote Trauben.

Mit ihrem scharfen Legestachel schneidet das Schädlingsweibchen die Schalen der Früchte aus und legt ihre Eier direkt darunter ab. Wenn daraus dann Larven, weiße Maden, der Kirschessigfliege schlüpfen, fressen diese das Fruchtfleisch. Befallene Früchte werden dadurch schnell weich, matschig und schimmlig. Außerdem bieten die aufgestochenen Früchte eine ideale Grundlage für Pilze und Essigfäule.

Bedroht die Kirschessigfliege die Weinernte?

Weinbauern befürchten, dass die Kirschessigfliege von Kirschen und Beeren vermehrt auf Wein übergreifen. Viele Weinbauern behelfen sich deshalb mit Essigfallen am Rande der Weinberge sowie direkt an den Rebzeilen.

Zunächst sieht der Schädling zwar harmlos aus, für die Obst- und Weinbauern ist er es aber ganz und gar nicht. Die Kirschessigfliege stammt ursprünglich aus Südostasien, ist knapp drei Millimeter groß, hat rote Augen und ihr Körper eine orange-braune Färbung. In Deutschland wurde sie erst vor wenigen Jahren zum ersten Mal gesichtet, seitdem breitet sie sich jedoch rasant aus und kann einen immensen Schaden anrichten, wie das Informationsportal "Ökolandbau" mitteilt.

Foto: Fredrik von Erichsen/dpa