Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat eine öffentliche Petition für ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern gestartet. Ziel sei zum einen, dass sich der Bundestag mit dieser Frage beschäftigen muss, sagte EKM-Gemeindedezernent Christian Fuhrmann am Mittwoch in Erfurt.

Kirche will mit Online-Petition gesellschaftliche Debatte zum Thema Tempolimit anstoßen

Darüber hinaus wolle die Kirche eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema anstoßen. "Wir wissen, dass die Deutschen, und auch viele Christen, in dieser Frage gespaltener Meinung sind", räumte der Oberkirchenrat ein.

Das Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung begleite die Kirchen seit Jahrzehnten. Das Eintreten für ein generelles Tempolimit sei da nur konsequent, erklärte Fuhrmann. Zudem hätte die Beschränkung der Geschwindigkeit auf den Autobahnen außer dem erhofften positiven Einfluss auf die Entwicklung des Klimas auch weitere erwünschte Effekte.

Klima- und Umweltschutz sowie Verkehrssicherheit als Gründe für Tempolimit

Als Beispiele nannte der Theologe weniger Reifenabrieb, der Äcker und Gewässer belaste und letztlich die Meere verschmutze, sowie eine größere Verkehrssicherheit mit weniger Toten auf den Straßen. Bei einer geringeren erlaubten Höchstgeschwindigkeit würden auch die Straßenausbaukosten sinken, sagte Fuhrmann.

Damit die Petition Erfolg hat, muss sie bis zum 3. April von mindestens 50.000 Menschen online unterzeichnet werden, erklärte EKM-Sprecher Ralf-Uwe Beck. Das wären jeden Tag 1800 Unterstützer.

Kommt die nötige Zahl zusammen, muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit einer öffentlichen Anhörung der Initiative aus Erfurt annehmen, sagte Beck.

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